Regenbogenbank am CSD-Gedenkort zerstört

Regenbogenbank am CSD-Gedenkort zerstört
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD wurde eine Regenbogenbank am Tatort aufgestellt. Nach wenigen Wochen haben sie Unbekannte zerstört.

Berlin (epd). Die Regenbogenbank am Trauerort des Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) ist zerstört worden. Unbekannte hätten die Bank im Großen Tiergarten so stark beschädigt, dass sie abgebaut werden müsse, sagte eine Sprecherin der Polizei am Dienstag. Die Zerstörung soll zwischen Montagabend und Dienstagfrüh erfolgt sein.

Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano teilte ein Bild der zerstörten Bank auf Instagram. „Heute Morgen liegt sie so da. Zerstört. Ganz im Ernst: Was stimmt mit Menschen nicht?“, schrieb Pantisano. Wer einen Ort des Trauerns um die Tote und die Verletzten des Anschlags zerstöre, „überschreitet für mich eine Grenze“.

Bank und Baum von Bezirksamt errichtet

Das Berliner Bezirksamt Mitte hatte die in Regenbogenfarben gestrichene Bank erst am 6. August aufgestellt. Sie sollte zum Innehalten, Verweilen und zur stillen Anteilnahme einladen und Solidarität mit der queeren Community zum Ausdruck bringen. Zudem wurde ein französischer Ahorn gepflanzt, der den Baum ersetzen soll, mit dem der Wagen des Attentäters kollidierte.

Bei dem Anschlag auf den CSD in Berlin am 25. Juli war ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine 65-jährige Polin wurde getötet, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Ein 21-Jähriger hatte den Wagen gesteuert und war anschließend mit einer Stichwaffe auf weitere Passanten losgegangen. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem islamistischen Motiv aus. Der Mann wurde am Tag nach dem Anschlag bei einem Polizeieinsatz erschossen.