Jerusalem, Genf (epd). Das Welternährungsprogramm (WFP) muss seine Hilfe für bedürftige Menschen im palästinensischen Westjordanland halbieren, weil Geld fehlt. Seit Dienstag könnten nur noch 200.000 Menschen versorgt werden, teilte das WFP in Jerusalem mit.
Bislang hat das WFP nach eigenen Angaben dort 400.000 Menschen unterstützt. Die steigende Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und Vertreibungen hätten viele palästinensische Familien in Not gestürzt.
Die jüngste vierteljährliche Analyse des WFP zu Ernährungssicherheit habe ergeben, dass 76 Prozent der Haushalte im Westjordanland einen erheblichen Einkommensrückgang verzeichnen. Preise für Lebensmittel und Treibstoff gehörten zu den höchsten im Nahen Osten. Familien seien gezwungen, ihrer Mahlzeiten zu reduzieren.
Kürzungen auch im Gaza-Streifen
Das WFP müsse wegen leerer Kassen auch die Hilfe für bedürftige Menschen im Gaza-Streifen zurückfahren. In den nächsten sechs Monaten benötige das WFP 386 Millionen US-Dollar (333 Millionen Euro), um zwei Millionen Menschen im Gaza-Streifen und im Westjordanland zu versorgen.
Im Gaza-Streifen herrscht eine sehr brüchige Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Miliz Hamas. Westliche Geber haben in jüngster Zeit die Zuwendungen für die internationale humanitäre Hilfe teilweise stark beschnitten.



