Sambia: Unterlegener Präsidentschaftskandidat in Hochsicherheitshaft

Sambia: Unterlegener Präsidentschaftskandidat in Hochsicherheitshaft
Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Mundubile in Sambia wollte gegen das Wahlergebnis vor Gericht gehen. Nun ist er wegen Hochverrats angeklagt und in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt worden.

Nairobi, Lusaka (epd). In Sambia ist der unterlegene Präsidentschaftskandidat Brian Mundubile in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt worden. Zusammen mit seinem Parteikollegen Makebi Zulu sei er am Wochenende in die Haftanstalt Mukebo gebracht worden, meldete die Zeitung „Lusaka Times“ am Montag. Mundubile, der die Wahl vor Gericht anfechten wollte, war in der vergangenen Woche festgenommen und zusammen mit fast 20 anderen wegen Hochverrats angeklagt worden.

Präsident Hakainde Hichilema, der seit 2021 regiert, hatte die Wahlen vom 13. August laut offiziellen Ergebnissen mit 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Auszählung war aufgrund von Gewalt zwischenzeitlich für mehrere Stunden ausgesetzt. Hichilemas Vereidigung für weitere fünf Jahre als Staatsoberhaupt ist für diesen Dienstag geplant, laut „Lusaka Times“ herrschten am Montag bereits erhöhte Sicherheitsvorkehrungen rund um das Stadion, wo die Einführung stattfinden sollte.

Schutz auf UN-Gelände gesucht

Der Menschenrechts- und Anti-Korruptions-Aktivist Noel Chisebe forderte laut Berichten des Senders Phoenix FM die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass den Angeklagten ihre verfassungsmäßigen Rechte in vollem Umfang gewährt werden. Es sei wichtig, dass sie weiterhin Zugang zu ihren Anwälten haben und faires und zügiges Gerichtsverfahren bekommen.

Am vergangenen Montag war die Frist für einen Widerspruch gegen die Wahlergebnisse abgelaufen. Die Regierung hatte an dem Tag die Schließung der Gerichte angeordnet und mit Sicherheitsgründen erklärt. Vertreter die Zivilgesellschaft hatten vergeblich versucht, ihre Petitionen einzureichen. Mundubile hatte nach Razzien auf einem Gelände der Vereinten Nationen Schutz gesucht, sich dann aber verhaften lassen.