Leipzig (epd). Knapp vier Monate nach einer Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt mit zwei Toten hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht erhoben. Dem zur Tatzeit 33-jährigen Mann werde Mord, versuchter Mord sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Leipzig am Freitag mit. Er soll am 4. Mai 2026 mit einem Auto durch die Fußgängerzone der sächsischen Stadt gerast sein und dabei zwei Menschen getötet haben, außerdem wurden acht Personen verletzt.
In mindestens 85 Fällen soll der Täter laut Staatsanwaltschaft versucht haben, Menschen zu töten. Die Mordmerkmale der Heimtücke, der niedrigen Beweggründe und des gemeingefährlichen Mittels seien gegeben.
Keine verminderte Schuldfähigkeit
Der Beschuldigte ist seit seiner vorläufigen Festnahme in einem psychiatrischen Krankenhaus einstweilig untergebracht. Hintergrund dessen sei, dass es zu Beginn der Ermittlungen dringende Gründe für die Annahme gab, dass der Angeschuldigte die Tat im Zustand der erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen haben könnte, hieß es.
Nach einem Gutachten eines forensisch-psychiatrischen Sachverständigen lägen jedoch „keine Anhaltspunkte für die Annahme einer Schuldunfähigkeit oder einer verminderten Schuldfähigkeit vor“. Daher sei nun ein Haftbefehl beantragt worden.
Der nicht vorbestrafte Beschuldigte habe sich bei den Ermittlern zum Tatvorwurf bisher nicht eingelassen. Im Gespräch mit dem Sachverständigen habe er sich jedoch geäußert.



