UN-Experten fordern Stopp von Zwangsräumungen der Maasai in Tansania

UN-Experten fordern Stopp von Zwangsräumungen der Maasai in Tansania
In Tansania werden die indigenen Maasai immer wieder für Tourismus und Umweltschutz von angestammtem Land rund um den Serengeti-Nationalpark vertrieben. Nun fordern Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen einen Stopp der Praxis.

Nairobi, Daressalam, Genf (epd). Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben das sofortige Ende von Zwangsräumungen von Maasai in Tansania gefordert. Die indigenen Bevölkerungsgruppen würden für Tourismus- und Naturschutzprojekte im Serengeti-Nationalpark von ihrem angestammten Land vertrieben, kritisierte das UN-Komitee zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Die Maasai, deren Land an den Park angrenze, würden in die Pläne der Regierung weder einbezogen noch werde ihre Zustimmung erfragt.

Den Regierungsplänen zufolge sollen auf dem Gebiet der sogenannten "Ngorongoro Conservation Area” Gebiete für die Trophäen-Jagd von Büffeln, Elefanten und Löwen eingerichtet werden. Etwa 100.000 Menschen könnten von weiteren geplanten Umsiedelungen betroffen sein, schätzen die UN-Expertinnen und Experten.

Gewalt von Sicherheitskräften

Das Komitee sei zutiefst besorgt über Berichte, denen zufolge Maasai, die sich gegen Vertreibungen und Umsiedlungen wehren, willkürlich verhaftet wurden, sowie Einschüchterungen und Schikanen durch Sicherheitskräfte ausgesetzt waren. Es gebe Anzeichen für übermäßige Gewaltanwendung durch Strafverfolgungsbehörden, erklärte das Komitee.

Die Regierung habe durch die Beschränkungen des Zugangs zu Weideflächen, Wasserquellen und Kulturstätten sowie mit der Reduzierung der Gesundheitsversorgung und der Bildung im Ngorongoro-Schutzgebiet dafür gesorgt, dass die Maasai ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte nicht wahrnehmen können und sie so unter Druck gesetzt, ihr angestammtes Land zu verlassen. Die Expertinnen und Experten forderten die tansanische Regierung auf, den Zugang zu grundlegenden staatlichen Dienstleistungen wiederherzustellen und zu verbessern, sowie den Zugang zu Weideflächen zu gewährleisten.