Voigt lehnt Kürzungen bei Kirchenzuweisungen ab

Voigt lehnt Kürzungen bei Kirchenzuweisungen ab
Ministerpräsident Mario Voigt will trotz angespannter Haushaltslage nicht bei den Kirchen sparen. Zugleich sollen die Kirchen in Thüringens ländlichen Regionen stärker Teil der Dorfgemeinschaften werden.

Erfurt (epd). Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt lehnt Kürzungen bei den Zuweisungen des Freistaats an die Kirchen ab. Beide Konfessionen trügen mit ihren Angeboten täglich zum Zusammenhalt im Land bei, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag nach dem jährlichen Treffen mit den Spitzen der in Thüringen vertretenen Kirchen und Landeskirchen. Die mehr als 500.000 Kirchenmitglieder und die sozialen Einrichtungen der beiden großen Konfessionen zeigten deren gesellschaftliche Verwurzelung im Land.

Nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei erhalten die evangelischen Kirchen im Land jährlich mehr als 23 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Die katholische Kirche bekomme fast acht Millionen Euro.

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, betonte, das Verhältnis zum Freistaat sei gut und vertrauensvoll. Wichtig sei, trotz der schwierigen politischen Situation verlässliche Politik für die Menschen im Land zu machen. Kramer appellierte an die Landesregierung, besonders die Menschen im Blick zu behalten, denen es nicht so gut gehe.

Romreise im kommenden Jahr geplant

Verabredet wurde zudem, die Kirchen in ländlichen Gebieten des Freistaats stärker in die Dorfgemeinschaften einzubinden. Voigt sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), er könne sich etwa Dorfgemeinschaftsräume in wenig genutzten Kirchen vorstellen.

Anlässlich des 30. Jubiläums des Staatskirchenvertrags zwischen dem Freistaat Thüringen und dem katholischen Bistum Erfurt sei zudem eine gemeinsame Reise mit Bischof Ulrich Neymeyr nach Rom geplant, sagte Voigt. Ein Audienztermin beim Papst solle angefragt werden.