Frankfurt, Oder (epd). Nach einer Gewalttat mit zwei Toten an einer Schule in Brandenburg hat die Staatsanwaltschaft Haftantrag gegen einen 19-Jährigen gestellt. Er stehe unter dem dringenden Tatverdacht des zweifachen Mordes, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Oder am Freitag mit. Ihm werde vorgeworfen, am Donnerstag auf einem Schulcampus in Gosen-Neu Zittau eine 18 Jahre alte Schülerin und einen 30-jährigen Mann unter anderem aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben.
Die junge Frau sei nach den bisherigen Ermittlungen die Ex-Freundin des Beschuldigten gewesen, hieß es. Die Ermittler gingen deshalb von einer Beziehungstat aus. Der 30-Jährige sei ein an der Schule tätiger Erzieher gewesen, der der Schülerin Hilfe leisten wollte.
Der unmittelbar nach der Tat vorläufig festgenommene Beschuldigte habe sich zu den Vorwürfen nicht eingelassen und sei bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten, hieß es weiter. Weitere Auskünfte würden mit Blick auf die laufenden Ermittlungen derzeit nicht erteilt.
Landtagspräsidentin: „Akt der Gewalt an Frauen“
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Bildungsminister Gordon Hoffmann, Innenminister Jan Redmann (beide CDU) und Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) zeigten sich nach der Tat bestürzt. Woidke sprach von einer „unfassbaren Gewalttat“, die das gesamte Land erschüttere. Hoffmann betonte, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien. Redmann erklärte, das Gewaltverbrechen gehe „an niemandem spurlos vorbei“. Liedtke nannte die Tat einen „Akt der Gewalt an Frauen“ und einen „feigen Femizid, der in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf“.



