Saisonstart für Dresdner Kreuzchor

Saisonstart für Dresdner Kreuzchor
Der Dresdner Kreuzchor verzichtet in diesem Schuljahr aus Kostengründen auf eine Auslandstournee. Gastspiele führen den traditionsreichen Knabenchor in die Hamburger Elbphilharmonie und zum Rheingau Musik Festival.
26.08.2026
epd
Von Katharina Rögner (epd)

Dresden (epd). Mit einer Vesper in der evangelischen Kreuzkirche beginnt für den Dresdner Kreuzchor am Samstag offiziell die neue Saison. Geplant seien Vorstellungen mit Werken unter anderem von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) sowie die Aufführung des zeitgenössischen Oratoriums „Bevor wir schweigen. Sieben letzte Briefe 1941-45“ von Florian Frannek, sagte Kreuzkantor Martin Lehmann am Mittwoch in Dresden.

Als Uraufführung stehe im Oktober das Auftragswerk „Wenn - Lied für gemischten Chor nach einem Gedicht von Novalis“ des österreichischen Komponisten Marcus Nigsch auf dem Programm, hieß es. Für die Kreuzchorvespern in der Dresdner Kreuzkirche werde der in New York lebende gebürtige Berliner Reiko Füting neue Eingangschöre, sogenannte Introitus, komponieren.

Zudem kämen unter anderem das Requiem von Johannes Brahms (1833-1897) sowie das Weihnachtsoratorium und die Johannespassion von Johann Sebastian Bach (1685-1750) zur Aufführung, hieß es weiter. In der vergangenen Saison erreichte der Kreuzchor nach eigenen Angaben mit rund 70 Veranstaltungen knapp 86.000 Menschen.

Erinnerung an Sänger Theo Adam

Bei den Kreuzchorvespern werden in der neuen Spielzeit laut Lehmann auch thematische Schwerpunkte gesetzt. So sei im September ein Programm anlässlich des 100. Geburtstags des Sängers und früheren Kruzianers Theo Adam (1926-2019) geplant.

Gastauftritte führen den Kreuzchor bereits im September zum Rheingau Musik Festival ins Kloster Eberbach und im Oktober nach Hamburg in die Elbphilharmonie. Auf dem Programm stehen auch eine Adventstournee an Orte in Mitteldeutschland und Brandenburg sowie eine Sommerreise unter anderem nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg. Eine Auslandstournee sei derzeit aus Kostengründen nicht geplant, sagte Lehmann. Er hoffe, dass dies in der nächsten Saison wieder möglich ist.

Rahmenvereinbarung mit Kirchgemeinde

Die Stadt Dresden als Trägerin finanziert die Arbeit des Chores mit jährlich vier Millionen Euro. Laut der Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) hat sich die Stadt mit der Kirchgemeinde, zu der die Kreuzkirche gehört, auf eine neue Rahmenvereinbarung geeinigt. Darin seien neben der Finanzierung auch organisatorische Voraussetzungen und ein Kinderschutzkonzept geregelt, hieß es. Klepsch zufolge wird die Kirchgemeinde aus den Einnahmen der Chorkonzerte jährlich 108.000 Euro für das Ensemble bereitstellen.

Die Beschlussvorlage zum Rahmenkonzept werde demnächst dem Dresdner Stadtrat vorgelegt, sagte Klepsch. Die Vereinbarung schaffe Planungssicherheit für die nächsten Jahre.

Die Tradition des international bekannten Knabenchores reicht mehr als 800 Jahre zurück. Nachwuchssorgen gibt es laut Kantor Lehmann nicht. Die Situation sei diesbezüglich sehr zufriedenstellend, sagte er. Aktuell gehören 138 Sänger im Alter von 9 bis 19 Jahren zum Kreuzchor. Angestammter Platz ist die evangelische Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt. Dort gestaltet der Kreuzchor regelmäßig Gottesdienste und Konzerte.