Genf (epd). Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz haben Verbote und Beschränkungen für autonome Waffensysteme verlangt. Die Entwicklung der Waffensysteme, auch Killerroboter genannt, sei in Rekordtempo vorangeschritten, erklärten UN-Generalsekretär António Guterres und die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric, am Dienstag in Genf. Verhandlungen der Staaten müssten sofort beginnen, um ein rechtsverbindliches Instrument zur Regulierung autonomer Waffensysteme mit klaren Verboten und Beschränkungen, zu verabschieden.
Der Einsatz KI-getriebener Waffen auf dem Gefechtsfeld erhöht laut Guterres und Spoljaric das Risiko, Zivilisten und Infrastruktur zu schädigen. Das Leid der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten verschlimmere sich. Autonome Waffensysteme stellten „eine weitere Eskalationsstufe dar, die die menschliche Kontrolle über den Einsatz von Gewalt verringert“.
Gespräche in Genf
Der Appell erfolgte vor dem Hintergrund des zunehmenden Einsatzes vollautonomer und halbautonomer Waffensysteme, etwa Kampfdrohnen, in Konflikten wie in der Ukraine oder im Sudan. Zwar führen Staaten seit Jahren Gespräche über eine Regulierung der Waffen. Militärmächte wie Russland, die USA und Israel aber sperren sich gegen konkrete Vereinbarungen über die sogenannten Killerroboter. In der kommenden Woche findet eine weitere Gesprächsrunde in Genf statt.
Vollautonome Waffensysteme sind gemäß Bundesregierung militärische unbemannte Geräte, die nach ihrer Aktivierung Ziele selbstständig auswählen und bekämpfen, ohne dass ein Mensch in den eigentlichen Angriff eingreift. Bei halbautonomen Systemen hat der Menschen weiter eine Entscheidungskompetenz. Die UN und das IKRK hatten bereits vor drei Jahren die Staaten zu einer Eindämmung der Waffensysteme aufgerufen.



