Penzberg (epd). Die Hinweisschilder auf das muslimische Freitagsgebet im oberbayerischen Penzberg sind zum dritten Mal beschädigt worden. Dies bestätigte die islamische Gemeinde dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag. „Nach den wiederholten Vorfällen erwarten wir, dass die Ermittlungen konsequent fortgeführt, geeignete Maßnahmen ergriffen und die Verantwortlichen für diese kriminellen Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Imam Benjamin Idriz.
Wie die Kriminalpolizei Weilheim am Freitag mitteilte, wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag drei im Stadtgebiet aufgestellte Verkehrszeichen, sogenannte Gottesdienstanzeiger, mit Farbe übersprüht. Davor hatte es bereits zwei weitere Vorfälle gegeben. Eine Beschädigung vom 31. Juli zeigte das Symbol der laut Bundeszentrale für politische Bildung als rechtsextrem und neonazistisch eingestuften Kleinstpartei „Der III. Weg“.
Keine Tat von Penzbergern
Er gehe nicht davon aus, dass jemand aus Penzberg die Schilder beschädigt habe, sagte Idriz. Er forderte die „hasserfüllten und kriminell Handelnden“, die Penzberger Stadtgesellschaft in Ruhe zu lassen. Man wolle gemeinsam nach vorne schauen. „Penzberg steht für ein friedliches und respektvolles Miteinander. Dieses Miteinander lassen wir uns durch solche Taten nicht nehmen.“
Die Schilder-Kombination zu den Gottesdienstzeiten von katholischer, evangelischer und islamischer Gemeinde war erst am 22. Juli an den Ortseingängen von Penzberg aufgestellt worden. Mit diesem gemeinsamen Projekt setze man ein Zeichen für gelebte Ökumene, gegenseitigen Respekt und den interreligiösen Dialog, teilte die Stadt Penzberg mit. Zur Aufklärung der Taten bittet die Kriminalpolizei Weilheim um Hinweise aus der Bevölkerung.



