Köln (epd). Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat davor gewarnt, dass Jüdinnen und Juden nach einem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen im September Deutschland verlassen könnten. „Viele jüdische Familien denken tatsächlich darüber nach, ob sie woanders leben sollen - auch wenn sie es bisher noch nicht wahr machen“, sagte Klein dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). Er nannte es „alarmierend, wenn eine vom Verfassungsschutz in Teilen als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf Landesebene politische Verantwortung übernehmen würde“. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern folgen am 20. September.
Grundsätzlich sei das Vertrauen in Deutschland und seine politische Führung „vergleichsweise stark“, sagte Klein. Juden in aller Welt zeigten großes Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft. Andererseits habe die Lebensqualität von Jüdinnen und Juden in Deutschland abgenommen. Laut polizeilicher Kriminalstatistik sei die Zahl antisemitischer Straftaten im vergangenen Jahr auf das Rekordniveau von mehr als 6.000 gestiegen. Klein scheidet Ende August nach acht Jahren aus dem Amt, um Botschafter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Paris zu werden.



