Weimar (epd). Die Bauhaus-Universität Weimar koordiniert ein internationales Forschungsprojekt zur Verringerung von Kunststoffabfällen in Flüssen und Meeren. Das Projekt „Blue Prism“ werde mit rund 5,26 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium gefördert und laufe bis Juni 2030, teilte die Hochschule am Freitag mit. Im Mittelpunkt stehen Nepal und Bangladesch, wo Konzepte für eine lokale Kreislaufwirtschaft entwickelt und erprobt werden sollen.
Nach Angaben der Projektpartner gelangen jährlich schätzungsweise 115.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus dem Einzugsgebiet der Flüsse Ganges, Brahmaputra und Meghna in den Golf von Bengalen. Die Abfälle gefährdeten unter anderem die Sundarbans, die größten Mangrovenwälder der Welt. Auch Fischerei, Tourismus und Schifffahrt seien von der Umweltverschmutzung betroffen.
Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen stärken
In vier Kommunen sollen gemeinsam mit lokalen Wissenschaftseinrichtungen und Partnern soziale Geschäftsmodelle zur Sammlung und Verwertung von Kunststoffabfällen entstehen. Zugleich soll die Beteiligung von Frauen an Wertschöpfungsketten und Entscheidungsprozessen gestärkt werden. Für den Tourismussektor werden Strategien zur Kunststoffvermeidung entwickelt und in acht Unternehmen erprobt.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet den Angaben zufolge der Aufbau von Monitoring-Systemen, mit denen Kunststoffeinträge erfasst und die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüft werden können. Ziel des Forschungsvorhabens sei es dabei auch, dass Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft aus Nepal und Bangladesch eng zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen.



