Berlin (epd). Die Kampagnenplattform Campact hat im vergangenen Jahr ihre Spendeneinnahmen gesteigert und damit einen Rekord in der Vereinsgeschichte aufgestellt. Laut dem Transparenzbericht 2025, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, wurden im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 26,25 Millionen Euro erzielt. 2024 lagen die Einnahmen noch bei 22,8 Millionen Euro. Die Zahl der Förderer stieg demnach im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 145.644.
Der geschäftsführende Vorstand Felix Kolb bezeichnete 2025 als „ein herausforderndes Jahr für die Zivilgesellschaft“. Rechtsextreme Strömungen hätten an Einfluss gewonnen „und die Union, Springer-Medien sowie Empörungsportale wie Nius griffen zivilgesellschaftliche Organisationen gezielt an“. Dennoch habe der Zuspruch für Campact und der Zusammenhalt der Zivilgesellschaft zugenommen.
Fast zwei Drittel regelmäßige Förderer
63 Prozent der Einnahmen des vergangenen Jahres bestanden demnach aus regelmäßigen Förderbeiträgen, 26,7 Prozent aus zweckgebundenen Spenden und 10,1 Prozent aus freien Spenden. Die Gesamtausgaben beliefen sich laut Campact auf 26,05 Millionen Euro. Davon flossen 13,88 Millionen Euro in die Kampagnenarbeit. Rund zwei Drittel seiner Kampagnenausgaben steckte der Verein „in Projekte zur Stärkung der Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ (9,2 Millionen Euro).
Zuletzt hatte Campact in dieser Woche eine Kampagne mit dem Aufruf zum strategischen Wählen bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Der Verein wolle 620.000 Euro an Spendengeldern investieren, um unter anderem mehr als 13.000 Plakate aufzuhängen und 700.000 Haushalte zu erreichen.
Keine staatlichen Gelder erhalten
Kolb zufolge wurden im vergangenen Jahr auch zahlreiche Unwahrheiten über den Verein verbreitet, um dessen Glaubwürdigkeit zu untergraben. Im Mittelpunkt einer Schmutzkampagne habe die Lüge gestanden, dass der Verein Campact Steuermittel erhalte. Der Transparenzbericht widerlege diese Vorwürfe erneut: „Campact e.V. erhält weiterhin keine staatlichen Gelder. Stattdessen setzt Campact e.V. auf Schwarmfinanzierung.“ Der durchschnittliche monatliche Förderbeitrag lag demnach bei 10,39 Euro.
Campact besteht nach eigenen Angaben aus zwei Körperschaften: dem Verein Campact und der Demokratie-Stiftung Campact. Beide seien rechtlich, steuerlich und finanziell eigenständig, verfolgten aber das gemeinsame Ziel einer lebendigen Demokratie. Die Campact-Stiftung verzeichnete 2025 Einnahmen von 3,35 Millionen Euro. Davon seien 20 Organisationen gefördert worden.



