Speyerer Bischof Wiesemann legt Amt nieder

Speyerer Bischof Wiesemann legt Amt nieder
Papst Leo XIV. hat das Rücktrittsgesuch des Speyerer Bischofs angenommen. Gesundheitliche Probleme sind nach Bistumsangaben der Grund für den Rückzug.
19.08.2026
epd
Von Renate Haller (epd)

Speyer, Bonn (epd). Der katholische Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann (66) hat aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Papst Leo XIV. habe das Rücktrittsgesuch angenommen, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn mit. Wiesemann leitet das Bistum seit März 2008.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, habe das Rücktrittsgesuch „mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis genommen“, heißt es in der Mitteilung. Der Rücktritt sei für das Bistum und die Deutsche Bischofskonferenz „ein großer Verlust“. Wiesemann habe „schwierige Strukturprozesse begleitet“ und wie alle Kirchen in Deutschland mit zurückgehenden Mitgliederzahlen und voranschreitender Säkularisierung kämpfen müssen. Wilmer würdigte Wiesemann als eine Persönlichkeit, der es „zuallererst um die Menschen“ gegangen sei. Er habe das Gespräch gesucht und Dialoge entwickelt, wo es verhärtete Positionen gab.

Wüst: „Dankbar für die Weggemeinschaft“

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, reagierte „mit großem Respekt, aber auch mit Bedauern“ auf den Rücktritt. Wüst betonte in einer Mitteilung das ökumenische Miteinander der beiden christlichen Kirchen in der Pfalz. Ökumene lebe nicht nur von Institutionen und Vereinbarungen, sondern „von Menschen, die einander vertrauen, Unterschiede aushalten, miteinander ringen und gemeinsam Verantwortung übernehmen“. Sie sei „dankbar für die Weggemeinschaft, die uns miteinander verbindet“, sagte die Kirchenpräsidentin. 2015 hatten die Landeskirche und das Bistum einen gemeinsamen Leitfaden für das ökumenische Miteinander unterzeichnet.

Der Trierer katholische Bischof Stephan Ackermann erklärte ebenfalls sein Bedauern. Aus persönlichen Gesprächen habe er gewusst, dass Wiesemann sich gefragt habe, wie lange er die Herausforderungen und Belastungen des Amtes noch tragen könne. Er habe sich die Entscheidung „sicher nicht leicht“ gemacht, sagte Ackermann.

Entpflichtung aus gesundheitlichen Gründen

Wiesemann habe den Papst aus gesundheitlichen Gründen um seine Entpflichtung gebeten, schreibt das Bistum auf seiner Internetseite. Er sei „mit ganzem Herzen und großer innerer Freude“ Bischof gewesen. Dennoch habe die Last der Verantwortung körperliche und seelische Spuren hinterlassen. Ihm sei bewusst geworden, dass ihm die Kraft fehle, „die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen“.

Der Bischof hatte seinen Dienst 2021 über einige Monate hinweg wegen eines Klinikaufenthalts und anschließender therapeutischer Maßnahmen nicht ausüben können. Damals schrieb er in einem Brief an Gläubige und Mitarbeitende des Bistums, dass ihm während dieser für ihn nicht einfachen, aber notwendigen Auszeit seine „Schwächen und Grenzen“ und auch seine „Stärken und Kraftquellen“ wieder deutlicher bewusst geworden seien.

Wiesemann wurde nach Bistumsangaben 1960 im ostwestfälischen Herford geboren. Die Priesterweihe empfing er 1985 in Rom. Nach Promotion und Stationen als Pfarrer und Propst wurde er 2002 Weihbischof im Erzbistum Paderborn. 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Speyer.