Speyerer Bischof Wiesemann legt Amt nieder

Speyerer Bischof Wiesemann legt Amt nieder
Papst Leo XIV. hat das Rücktrittsgesuch des Speyerer Bischofs angenommen. Gesundheitliche Probleme sind nach Bistumsangaben der Grund für den Rückzug.

Speyer, Bonn (epd). Der Bischof des katholischen Bistums Speyer, Karl-Heinz-Wiesemann (66), legt sein Amt nieder. Papst Leo XIV. habe das Rücktrittsgesuch angenommen, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn mit. Wiesemann leitet das Bistum seit März 2008.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, habe das Rücktrittsgesuch „mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis genommen“, heißt es in der Mitteilung. Der Rücktritt sei für das Bistum und die Deutsche Bischofskonferenz „ein großer Verlust“. Wiesemann habe „schwierige Strukturprozesse begleitet“ und wie alle Kirchen in Deutschland mit zurückgehenden Mitgliederzahlen und voranschreitender Säkularisierung kämpfen müssen. Wilmer würdigte Wiesemann als eine Persönlichkeit, der es „zuallererst um die Menschen“ gegangen sei. Er habe das Gespräch gesucht und Dialoge entwickelt, wo es verhärtete Positionen gab.

Entpflichtung aus gesundheitlichen Gründen

Wiesemann habe den Papst aus gesundheitlichen Gründen um seine Entpflichtung gebeten, schreibt das Bistum auf seiner Internetseite. Er sei „mit ganzem Herzen und großer innerer Freude“ Bischof gewesen. Dennoch habe die Last der Verantwortung körperliche und seelische Spuren hinterlassen. Ihm sei bewusst geworden, dass ihm die Kraft fehle, „die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen“.

Wiesemann wurde nach Bistumsangaben 1960 im ostwestfälischen Herford geboren. Die Priesterweihe empfing er 1985 in Rom. Nach Promotion und Stationen als Pfarrer und Propst wurde er 2002 Weihbischof im Erzbistum Paderborn. 2007 hatte ihn Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Speyer ernannt.