Hamburg (epd). Der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein hat in den Verius-Immobilienfonds investiert und Geld verloren. Das bestätigte der Kirchenkreis am Mittwoch auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Zuvor hatten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass offenbar 50 Direktinvestoren wie Kirchen, Pensions- und Sterbekassen in den Fonds investiert hatten. Verius sollte das Geld in Immobilienprojekte investieren, geriet den Recherchen zufolge aber in Schieflage. Auch der Kirchenkreis Hamburg-Ost soll laut NDR, WDR und „SZ“ betroffen sein. Er wollte sich am Nachmittag dazu äußern.
Bereits bekannt war, dass Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen rund 400 Millionen Euro in dem Fonds verloren haben sollen. Um wie viel Geld es bei den beiden Hamburger Kirchenkreisen geht, bleibt unklar. „Konkrete Anlagesummen legen wir grundsätzlich nicht offen“, sagte Felix Wienen, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein.
Rentenansprüche nicht betroffen
Der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein betrachtet das Geld mittlerweile als verloren. Er rechne nicht mehr mit nennenswerten Rückflüssen. „Dass es zu diesem Verlust gekommen ist, bedauern wir. Als Kirchenkreis tragen wir Verantwortung für die uns anvertrauten Mittel und diesem Anspruch ist die Anlage im Ergebnis nicht gerecht geworden“, sagte Wienen. Die Anlageentscheidung des Kirchenkreises sei auf Grundlage der damals vorliegenden Unterlagen, aufsichtsrechtlichen Einordnung und Empfehlung externer Berater gefallen.
Laut Wienen ist die Abschreibung „aus Vorsichtsgründen in voller Höhe“ bereits 2023 erfolgt. Da das Investment nur einen Anteil von unter einem Prozent der Geldvermögensanlagen ausgemacht habe, seien finanzielle Auswirkungen begrenzt geblieben. „Sie wurden bereits im Jahr der Abschreibung vollständig wieder aufgeholt“, sagt Wienen. Renten-, Pensions- oder sonstige Versorgungsansprüche seien nicht betroffen. „Auch die kirchliche Arbeit war und ist nicht beeinträchtigt“, sagt Wienen.



