Bischof Meier zu UN-Gedenktag: Religionsfreiheit weltweit bedroht

Bischof Meier zu UN-Gedenktag: Religionsfreiheit weltweit bedroht
Zum UN-Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung am 22. August warnt der Augsburger Bischof Bertram Meier vor Ausgrenzung und der Verfolgung Andersgläubiger. Zu den Opfern gehörten Juden, Christen und Muslime - aber auch konfessionslose Menschen.

Bonn (epd). Die katholische Deutsche Bischofskonferenz fordert weltweit mehr Einsatz zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit. „Ausgrenzung und schließlich auch Verfolgung Andersgläubiger sind vielerorts trauriger Alltag. Die Gewalt nimmt weltweit eher zu, als dass sie zurückgeht“, erklärte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, der Augsburger Bischof Bertram Meier, am Montag anlässlich des UN-Gedenktags für Opfer religiöser Verfolgung am 22. August: „Zu den Opfern gehören Juden, Christen und Muslime, aber auch Angehörige vieler anderer Glaubensgemeinschaften sowie Menschen, die keiner Religion angehören.“

Die Kontexte der Gewalt seien vielfältig, fügte Bischof Meier hinzu. So gebe es Länder, in denen die Diskriminierung und Unterdrückung bis hin zu offener Gewalt vom Staat ausgingen, wie etwa Nicaragua, China und Nordkorea. Andernorts seien es religiös-extremistische Gruppen, die Angriffe auf Andersgläubige verübten.

Fatale Verquickung

Die Gewalttaten des sogenannten „Islamischen Staats“ und ähnlicher Bewegungen hätten in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten die massenhafte Flucht von Christen aus dem Irak und aus Syrien verursacht und das Christentum dort an den Rand seiner Existenz gebracht, hieß es weiter. Heute sei der islamistische Terror vor allem in der Sahel-Region am Werk.

„Und dann gibt es die fatale Verquickung von religiösem Fundamentalismus und nationalistischen Ideologien. Der Hindu-Nationalismus schränkt den Freiheitsraum der nicht-hinduistischen Religionen in Indien immer weiter ein“, beklagte Bischof Meier: „Im Heiligen Land betreibt die Hamas mit brutalen Mitteln ein national-religiöses Projekt und die immer gewalttätiger auftretende Siedlerbewegung im Westjordanland greift offen die religiösen Gebäude und damit auch die religiöse Identität der Muslime und Christen an.“

Der „Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“ wurde von den Vereinten Nationen 2019 eingeführt, um auf die religiös motivierte Verfolgung von Menschen aufmerksam zu machen.