Smart Glasses: HateAid stellt Strafanzeige gegen Konzerne

Smart Glasses: HateAid stellt Strafanzeige gegen Konzerne
Sogenannte Smart Glasses sehen aus wie gewöhnliche Brillen, haben aber Kameras eingebaut. Die Organisation HateAid will deren Vertrieb nun stoppen.

Berlin (epd). Die Menschenrechtsorganisation HateAid hält den Vertrieb von Meta-Smart-Glasses in Deutschland für strafbar. HateAid habe deshalb Anzeige gegen den Internetkonzern Meta, die Brillenfirmen Ray-Ban und Oakley sowie mehrere Optik-Handelsketten gestellt, teilte die Organisation am Mittwoch in Berlin mit. Mit den in den Brillen eingebauten Kameras könnten Menschen unbemerkt gefilmt werden.

HateAid fordert ein Vertriebsverbot für Brillen wie das Ray-Ban-Meta-Modell „Wayfarer (Gen 2)“, die von anderen beliebten Brillenmodellen Ray-Bans kaum unterscheidbar sei. Zudem soll es nach Wunsch von HateAid verbindliche Regeln für „Safety by Design“ (Sicherheit durch Entwurf) geben. Brillen sollten demnach nur verkauft werden dürfen, wenn sie klar als Smart Glasses erkennbar seien. HateAid sieht einen Verstoß gegen das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz.

„Menschen nirgends sicher“

Die Geschäftsführerinnen Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg kritisierten den Meta-Konzern (Facebook, Instagram, WhatsApp). Meta treibe „ständig neue Technologien voran, ohne Rücksicht auf Privatsphäre und geltendes Recht zu nehmen“, sagte Hodenberg. Die Smart Glasses würden das „Datenmonopol und Metas Marktmacht zementieren“.

Seit Jahren häufen sich laut HateAid Fälle von bildbasierter, digitaler Gewalt, bei denen vor allem Frauen gefilmt und sexualisiert dargestellt werden. Durch Smart Glasses werde eine „besonders unauffällige Überwachungstechnologie als Alltagsgegenstand getarnt“. Zusätzlich zur Strafanzeige startete die Organisation eine Petition.