Köln (epd). Am 18. August wird der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki 70 Jahre alt. Der 1985 zum Priester geweihte römisch-katholische Theologe ist gebürtiger Kölner und seit knapp zwölf Jahren der 95. Erzbischof von Köln. Seine Amtszeit ist überschattet von Kritik an seinem Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt in der Priesterschaft.
Im Erzbistum Köln war Woelki zunächst als Kaplan und Geheimsekretär des Kölner Erzbischofs und Kardinals Joachim Meisner tätig. Anschließend übernahm Woelki bis 2003 die Leitung des erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Albertinum in Bonn.
Überschattete Missbrauchsaufarbeitung
2011 wechselte Woelki mit der Ernennung zum Erzbischof von Berlin in die Hauptstadt. Im Jahr darauf folgte die Verleihung der Kardinalswürde. 2014 wurde er Erzbischof von Köln. Im Zuge einer bundesweiten Aufarbeitungsbewegung von sexuellem und physischem Missbrauch in der katholischen Kirche kündigte Woelki 2018 an, zur Aufarbeitung im Erzbistum Köln beitragen zu wollen. Doch dieser Prozess, der mit Woelkis Beauftragung eines juristischen Gutachtens startete, ist überschattet von Kommunikationsfehlern, Vertrauensverlust und juristischen Auseinandersetzungen.
Auch der Umbau der Diözesanverwaltung, die Neuaufstellung des kirchlichen Multimediasenders domradio.de und Pläne, die Priesterausbildung weg von den Universitäten an die Kölner Hochschule für Katholische Theologie zu verlegen, sorgten für Kritik. Beim „Synodalen Weg“ hat Woelki eine konservative Linie vertreten, etwa gegen die Ordination von Frauen.
Im Herbst 2021 hatte Papst Franziskus Woelki in eine fünfmonatige „geistliche Auszeit“ geschickt. Mit der Wiederaufnahme der Amtsgeschäfte reichte Woelki zugleich ein Rücktrittsgesuch ein, das bis zum Tod des Papstes 2025 unbeantwortet blieb.



