Dresden (epd). Mit einem Trauergottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche haben Familie, Freunde und Weggefährten Abschied vom ehemaligen sächsischen Landesbischof Jochen Bohl genommen. Der Theologe war am 29. Juli in Radebeul bei Dresden im Alter von 76 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Tobias Bilz, sagte bei den Trauerfeierlichkeiten am Montag: „Bohl hat etwas gewollt, er hatte die Kraft dazu, er wollte das Rechte tun und ist mit Widerständen umgegangen.“
„Innere Überzeugungen waren ihm wesentlicher als die äußeren Umstände“, sagte Bilz. Sein Vermächtnis sei, „kraftvoll einen Beitrag zu leisten für den Zusammenhalt“ und nicht aufzugeben. Das sei „nötiger denn je“.
Stellvertretender Vorsitzender des Rates der EKD
Der frühere Oberlandeskirchenrat Martin Lerchner sagte in seiner Predigt: „In Trauer und Dankbarkeit nehmen wir Abschied.“ Jochen Bohl selbst habe dankbar auf sein Leben zurückgeblickt. Der Theologe habe viele Menschen nachdrücklich geprägt.
Bohl stand von 2004 bis 2015 an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Daneben war er von 2010 bis 2015 auch stellvertretender Vorsitzender des Rates der EKD und von 2007 bis 2009 stellvertretender Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Höhepunkte seiner Amtszeit waren 2005 die Wiedereinweihung der Dresdner Frauenkirche sowie 2011 der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden.



