Studie: Zahl der Spielhallen in NRW niedriger als vor zwei Jahren

Studie: Zahl der Spielhallen in NRW niedriger als vor zwei Jahren
Weniger Spielhallen und weniger Glücksspielgeräte - das ist einer Studie zufolge der Trend in NRW. Entwarnung geben die Fachleute jedoch nicht. Sie kritisieren die steigende Zahl der Automaten in Gaststätten und lückenhafte Kontrollen.

Bielefeld (epd). In Nordrhein-Westfalen gibt es laut einer neuen Erhebung deutlich weniger Spielhallen als vor zwei Jahren. Anfang 2026 lag die Zahl der Spielhallenstandorte bei 1.668 und damit rund 15 Prozent niedriger als 2024, wie aus einer am Montag in Bielefeld veröffentlichten Studie „Angebotsstruktur des terrestrischen Glücksspielmarktes NRW“ der Landesfachstelle Glücksspielsucht der Suchtkooperation NRW hervorgeht. Erfasst wurden demnach Angaben von 346 der 396 Städte und Gemeinden in NRW, das sind 87,4 Prozent aller Kommunen.

Rückläufig war den Angaben zufolge auch die Zahl der Geldspielgeräte in den Spielhallen. Gegenüber Anfang 2024 sei die Zahl der Automaten um rund neun Prozent auf 26.278 gesunken. Bei den Geldspielgeräten in Gaststätten habe die Fachstelle jedoch einen Anstieg um über sieben Prozent auf 9.672 registriert. Der Aufstellort Gaststätte sei aus Sicht der Suchtprävention „besonders relevant“, da dort häufig gleichzeitig Alkohol ausgeschenkt werde und der Zugang zum Glücksspiel niedrigschwelliger sei.

Kritik an Lücken bei kommunalen Kontrollen

Insgesamt hatten NRW-Kommunen 2026 demnach 2.431 Spielhallenkonzessionen erteilt und damit 9,3 Prozent weniger als zwei Jahre zuvor. In 80 Städten und Kommunen gibt es keine solchen Erlaubnisse. Der Kasseninhalt der Glücksspielgeräte und damit der Verlust der Spielerinnen und Spieler lag laut einer Hochrechnung der Fachstelle bei 1,04 Milliarden Euro.

Die Studie zeige, dass das „terrestrische Glücksspielangebot“ in NRW weiterhin „sehr dicht“ bleibe, sagte die Leiterin der Landesfachstelle, Verena Küpperbusch. Die Verfügbarkeit von Glücksspiel müsse „weiterhin aufmerksam beobachtet“ werden. Die Fachstelle kritisiert in ihrem Bericht „deutliche Lücken“ bei den kommunalen Kontrollen zu Verstößen gegen gesetzliche Vorgaben und illegale Geräte. 30,9 Prozent der befragten Kommunen gaben demnach an, keine Außenkontrollen von Spielstätten durchgeführt zu haben.

Die Studie wird im Auftrag des NRW-Gesundheitsministeriums alle zwei Jahre durchgeführt.