Kevelaer (epd). Mehrere tausend tamilische Pilger haben am Wochenende im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer ein buntes Glaubensfest gefeiert und vor dem Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ gebetet. Bis zu 12.000 tamilische Gläubige aus Deutschland und Europa reihten sich nach Angaben der Veranstalter am Samstag, dem Haupttag der traditionellen Wallfahrt, vor der Marienkapelle in langen Schlangen ein. Sie verehrten Maria, beteten um Frieden und feierten die gemeinsame Kultur.
Die Liturgie habe katholische Bräuche mit traditioneller tamilischer Musik, Gesängen, Tänzen und „hinduistischen Einflüssen“ verbunden, erklärte das Bistum Münster. „Es ist gerade für unsere älteren Mitglieder der Gemeinschaft sehr wichtig, dass hier noch original tamilische Glaubensbräuche gelebt werden können“, sagte eine Sprecherin der Tamilischen Gemeinschaft.
Viele Gläubige mit hinduistischen Wurzeln
In Deutschland leben etwa 60.000 Tamilen. Sie stammen zumeist aus Sri Lanka und leben heute in Diaspora-Gemeinden in Europa. Die meisten von ihnen haben hinduistische Wurzeln. In Kevelaer verehren sie gemeinsam mit den katholischen Gläubigen Maria von Nazareth als Gottesmutter. Die Wallfahrt fand erstmals 1987 statt. Kevelaer ist wegen Berichten über Marienerscheinungen in den Jahren 1641/1642 Wallfahrtsort.



