Büchel, Düsseldorf (epd). Am Fliegerhorst Büchel in der Eifel haben christliche Atomwaffengegner am Samstag mit einer Fastenaktion und einem 24-stündigen Dauergebet für den Abzug der letzten Atomwaffen aus Deutschland demonstriert, die dort vermutet werden. „Wir fordern, dass Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt“, sagte Pfarrer Matthias-W. Engelke, früherer Präsident des Internationalen Versöhnungsbunds in Deutschland, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Gebet endet am Sonntag um 11.02 Uhr - im Gedenken an den US-Atombombenabwurf auf die japanische Stadt Nagasaki zu dieser Ortszeit vor genau 81 Jahren, am 9. August 1945.
Der rheinische Präses Thorsten Latzel rief in einem Grußwort zu stärkeren Friedensbemühungen auf. „Als Christinnen und Christen setzen wir uns gemeinsam bestmöglich für eine zivile Konfliktbearbeitung ein“, erklärte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Der Einsatz von Atomwaffen ist dabei klar zu ächten und darf angesichts der wahllosen, dauerhaften Zerstörung ganzer Lebensräume keine Denkoption sein.“ Es sei Aufgabe der Christen, „gemeinsam dafür zu arbeiten und zu beten, dass eines Tages alle Atomwaffen abgeschafft sein werden und unsere Kinder einmal ihre Gefahr nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen“.
Aufrüstungsspirale und Zunahme von Kriegen
„Krieg soll um Gottes willen nicht sein“, betonte Latzel. „Unser gemeinsames Ziel ist ein umfassender, gerechter Frieden - im Privaten, in unserer Gesellschaft und in der internationalen Politik.“ Die atomaren Risiken seien größer geworden und die Möglichkeit eines Bündnisfalls in der Nato spitze sich zu, warnte der Theologe. Er beklagte eine weltweite Aufrüstungsspirale und wachsende kriegerische Konflikte mit katastrophalen Folgen. Ebenso dringend wie Verteidigungsfähigkeit brauche es „eine Stärkung von Friedensfähigkeit und den Aufbau ziviler Konfliktbearbeitung“.
Die jährliche internationale Fastenaktion mit Dauergebet in Büchel „bis zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland“ fand zum 17. Mal statt. Jedes Jahr werde einen Tag länger gefastet, sagte Engelke: „Bis die letzten Atomwaffen verschwunden sind.“ Die 16 Teilnehmenden des diesjährigen Dauergebets in Büchel kamen den Angaben zufolge aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien.



