Anschlag auf Verdi-Demo: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

Anschlag auf Verdi-Demo: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt
Bei dem Auto-Anschlag auf einen Verdi-Demonstrationszug in München im Februar 2025 wurden zwei Menschen getötet und viele weitere verletzt. Der Täter wurde nun zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

München (epd). Im Prozess um den Auto-Anschlag auf einen Verdi-Demonstrationszug in München ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Farhad N. sei wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes in 23 Fällen, gefährlicher Körperverletzung in 19 Fällen, vorsätzlicher Körperverletzung in drei Fällen und schwerer Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig gesprochen worden, teilte ein Sprecher des Oberlandesgerichts München dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag mit. Der 7. Strafsenat habe zudem festgestellt, dass die Schuld des Angeklagten besonders schwer wiege. Das schriftliche Urteil werde erst in vier Monaten vorliegen.

Der Afghane Farhad N. war am 13. Februar 2025 mit einem Auto gezielt in einen Verdi-Demonstrationszug in München gefahren. Dabei starben zwei Menschen, 44 weitere trugen zum Teil lebensgefährliche oder schwere Verletzungen davon. Prozessbeginn war am 16. Januar 2026, das Urteil wurde am 34. Hauptverhandlungstag gefällt. In der Anklage des Generalbundesanwalts vom August 2025 hieß es, dass Farhad N. die Tat aus einer „übersteigerten religiösen Motivation“ heraus begangen haben soll. „Er wähnte sich verpflichtet, als Reaktion auf das Leid von Muslimen in islamisch geprägten Ländern willkürlich ausgewählte Personen in Deutschland angreifen und töten zu müssen.“

Opferangehörige wollten nicht instrumentalisiert werden

Zum Tatzeitpunkt war der Asylbewerber, der sich legal in Deutschland aufgehalten hatte, 24 Jahre alt. Bei den Getöteten handelte es sich um eine gebürtige Algerierin, die als Ingenieurin bei der Stadt München angestellt war, und ihre zweijährige Tochter. Nach dem Anschlag wurden Stimmen laut, die eine Verschärfung der Migrationspolitik forderten. Die Angehörigen der Toten wehrten sich jedoch gegen eine politische Vereinnahmung der Gewalttat. Sie baten darum, ihren Verlust nicht zu benutzen, „um Hass zu schüren und ihn politisch zu instrumentalisieren“.