Demo im Liegen: ME/CFS-Erkrankte fordern bessere Versorgung

Demo im Liegen: ME/CFS-Erkrankte fordern bessere Versorgung
Viele ME/CFS-Erkrankte leben in ständigen Schmerzen und Isolation. Eine Initiative kritisiert, dass die Symptome der neuroimmunologischen Erkrankung häufig nicht richtig erkannt werden und will mit einem ungewöhnlichen Protest Bewusstsein schaffen.

Berlin (epd). Eine Demonstration im Liegen soll am Freitag in Berlin auf Fehlbehandlungen der Krankheit ME/CFS aufmerksam machen. Zum Auftakt würden Teilnehmer vom Robert-Koch-Platz in Berlin-Mitte zum Bettenhaus der Charité laufen und sich dort hinlegen, teilte die Initiative LiegendDemo am Mittwoch in Berlin mit.

ME/CFS steht für die schwere neuroimmunologische Erkrankung Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom. Erkrankte leiden häufig unter starken Schmerzen und Schlafstörungen und müssen sich über lange Zeiträume in abgedunkelte Räume zurückziehen. Anlässlich des „Severe ME Awareness Day“ sind für Freitag und Samstag laut Initiative LiegendDemo deutschlandweit Aktionen geplant.

Teils tödlicher Verlauf

Die Initiative beklagt, dass Ärzte die Multisystemerkrankung häufig als psychologische Symptome abtäten, und fordert bessere medizinische Versorgung. Ziel der Protestaktion sei es, „den Blick auf die konkreten Folgen von psychischen Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen zu richten“, heißt es in einer Mitteilung. Regelmäßig kämen Menschen an den Folgen der Krankheit um. Die Initiative warnt in diesem Zusammenhang auch vor Suiziden von Erkrankten.

Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS sind in Deutschland schätzungsweise 650.000 Menschen erkrankt. Ein Viertel von ihnen könne das Haus nicht mehr verlassen, viele seien auf Pflege angewiesen. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen seien arbeitsunfähig. Die Krankheit tritt häufig als Folge von Infektionskrankheiten auf. Den Angaben zufolge kam es infolge der Corona-Pandemie zu einem starken Anstieg von ME/CFS-Fällen bei Post-Covid-Erkrankten.