Sozialverband: Statt Zivildienst freiwilliges Engagement fördern

Sozialverband: Statt Zivildienst freiwilliges Engagement fördern
Die Bundesregierung prüft Möglichkeiten zur Wiedereinführung eines Zivildienstes. Der Sozialverband Deutschland plädiert für eine Stärkung des Ehrenamts, statt auf Zwang zu setzen.

Berlin (epd). Die Bundesregierung sollte nach Ansicht des Sozialverbands Deutschland (SoVD) das Ehrenamt stärken, statt einen neuen Zivildienst vorzubereiten. „Statt auf Zwang zu setzen, müssen freiwilliges Engagement und Ehrenamt gestärkt und der Bundesfreiwilligendienst sowie das Freiwillige Soziale Jahr verlässlich gefördert werden“, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe für einen am Dienstag online veröffentlichten Beitrag.

Die Bundesregierung prüft für den Fall der Wiedereinführung einer Wehrpflicht die Möglichkeiten für einen Zivildienst. Wie das Familienministerium am Dienstag in Berlin bestätigte, wurden dafür bei großen Organisationen und Verbänden deren Kapazitäten für Wehrersatzdienstplätze abgefragt. 22 der 23 angefragten Organisationen hätten angegeben, dass sie grundsätzlich bereit seien, ein Angebot zu machen. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung (Dienstag) berichtet.

Zivildienst nicht für günstige Arbeitskräfte missbrauchen

Engelmeier betonte, „niemand sollte gegen seinen Willen zum Wehrdienst gezwungen werden“. Auch ein verpflichtender Zivildienst bedeute „einen erheblichen Eingriff des Staates in die Freiheit und Lebensplanung junger Menschen“. Zudem müsse verhindert werden, dass ein neuer Zivildienst dazu missbraucht werde, günstige Arbeitskräfte zu gewinnen und reguläre Beschäftigung zu ersetzen, mahnte die Chefin des Sozialverbands. „Junge Menschen dürfen nicht als Lückenbüßer in maroden Systemen herhalten.“

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe, mahnte eine verlässliche Finanzierung an für den Fall, dass der neue Zivildienst kommen sollte. „Bleibt es dagegen bei einer Aussetzung der Wehrpflicht, brauchen wir eine deutliche Stärkung der Freiwilligendienste“, sagte Gröhe der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Mittwoch) und forderte: „Wer sich freiwillig einsetzt, braucht bessere Rahmenbedingungen.“