Medica Mondiale kritisiert Entrechtung von Frauen in Afghanistan

Medica Mondiale kritisiert Entrechtung von Frauen in Afghanistan
Angesichts der Unterdrückung von Frauen und Mädchen in Afghanistan fordert die Organisation Medica Mondiale entschiedeneres Handeln von der Bundesregierung. Am 15. August jährt sich die Machtübernahme der Taliban in dem Land zum fünften Mal.

Köln (epd). Mit Blick auf die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan vor fünf Jahren fordert die Frauenrechtsorganisation Medica Mondiale mehr Engagement von der Bundesregierung. Die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Talibanführer müssten aus Deutschland konsequent unterstützt werden, erklärte die Organisation am Montag in Köln. Zudem solle die Bundesregierung jede politische Normalisierung der radikalislamischen Taliban zurückweisen. „Die Taliban müssen für die systematische Entrechtung, Verfolgung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen völkerstrafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden“, mahnte die Organisation.

„Das Unterdrückungssystem der Taliban gegen Frauen und Mädchen steht im direkten Widerspruch zu internationalen Menschenrechtsverpflichtungen und darf weder stillschweigend hingenommen noch normalisiert werden“, sagte Sara Fremberg, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Medica Mondiale.

Abschiebestopp gefordert

Die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft müssten etwa diskriminierende frauenfeindliche Gesetze klar verurteilen und den politischen Druck auf die Taliban erhöhen. Zudem dringt Medica Mondiale darauf, Aufnahmezusagen für Menschen aus Afghanistan einzuhalten. Abschiebungen in das Land müssten gestoppt statt ausgeweitet, Evakuierungen unterstützt und legale Fluchtwege garantiert werden.

Am 15. August jährt sich der Jahrestag der Machtübernahme durch die radikalislamischen Taliban in Afghanistan zum fünften Mal. International nehme die Aufmerksamkeit wie auch der politische Druck auf die Taliban ab und Gelder für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe würden massiv gekürzt, kritisierte die Organisation. Doch Repression gegen Frauen und Mädchen würden durch immer neue Gesetze von den Taliban vertieft. Die Situation dürfe nicht normalisiert werden.