Berlin (epd). Im Zusammenhang mit der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Verlängerung der deutschen Grenzkontrollen in Aussicht gestellt. Die Situation in Ceuta verdeutliche „die volatile Lage bei der illegalen Migration“, erklärte Dobrindt am Freitag in Berlin. „Unsere Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration müssen erhalten und weiter ausgebaut werden“, ergänzte er.
„Wir werden die Möglichkeit der Binnengrenzkontrollen über den September hinaus verlängern“, sagte Dobrindt. Konkret sprach er von „flexiblen“ und „angepassten“ Binnengrenzkontrollen, die weiterhin aufrechterhalten werden müssten. Seit September 2024 gibt es an allen deutschen Grenzen zu europäischen Nachbarstaaten wieder reguläre Grenzkontrollen. Für diesen September steht erneut die Entscheidung an, ob sie verlängert werden sollen. Dobrindt hatte sich dabei bislang nicht festgelegt.
Merz: Schutz der Außengrenzen entscheidend
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag erklärt, der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union sei „entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration“. „Ich habe die klare Erwartung an alle EU-Mitgliedstaaten, dass sie dieser Pflicht nachkommen“, sagte er.
Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Laut Medienberichten haben zuletzt etwa 60.000 Migrantinnen und Migranten das Gebiet erreicht. Mindestens 34 Menschen seien bei dem Versuch ums Leben gekommen, berichtete die britische BBC unter Berufung auf Behördenangaben. Die spanische Exklave liegt auf nordafrikanischem Boden, umgeben von Marokko. Auch in der Vergangenheit haben immer wieder Migranten und Schutzsuchende aus Afrika die Grenze überwunden.



