Umfrage: Mehrheit skeptisch bei Kassenbeiträgen

Umfrage: Mehrheit skeptisch bei Kassenbeiträgen
Die Politik will verhindern, dass die Beiträge in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung weiter steigen. Viele Menschen zweifeln daran, dass das gelingt.

Berlin (epd). Einem Medienbericht zufolge glaubt eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland nicht an dauerhaft stabile Beiträge in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) berichten über eine entsprechende repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Demnach rechnen 88 Prozent der Befragten damit, dass die Beiträge noch in diesem oder im nächsten Jahr weiter steigen. Nur zehn Prozent würden weitere Beitragserhöhungen für eher unwahrscheinlich halten.

Die Befragung sei nach der Verabschiedung des sogenannten Beitragsstabilisierungsgesetzes für die gesetzliche Krankenversicherung zwischen dem 22. und 24. Juli erfolgt. Kurz nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hätten in einer vergleichbaren Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK noch etwas weniger Menschen, nämlich 86 Prozent der Befragten, mit weiteren Beitragserhöhungen gerechnet.

AOK-Chefin formuliert Erwartungen an neuen Minister

Mit dem Gesetz für die Krankenkassen sei zwar eine solide Grundlage für an den Einnahmen orientierte Ausgaben geschaffen worden, das Versprechen von tatsächlich stabilen Beiträgen sei aber für eine große Mehrheit in der Bevölkerung offensichtlich nicht glaubhaft, sagte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, den Funke-Zeitungen. Es werde nun eine der wichtigsten ersten Aufgaben des neuen Gesundheitsministers Carsten Linnemann (CDU) sein, diese Zusage einzulösen.

Linnemann dürfe das Gesetz nicht durch weitere Ausnahmen aufweichen, forderte Reimann. Es sei wichtig, dass er die Interessen der Versicherten und Arbeitgeber fest im Blick behält und das Thema Beitragsstabilität in der Kranken- wie auch in der Pflegeversicherung weiter oberste Priorität habe.