Minister Dobrindt: Ein Todesopfer und 29 Verletzte bei CSD-Anschlag

Minister Dobrindt: Ein Todesopfer und 29 Verletzte bei CSD-Anschlag
Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD gehen die Sicherheitsbehörden von einem islamistisch motivierten Anschlag aus. Nach dem polizeibekannten Tatverdächtigen wird gefahndet. Bundesinnenminister Dobrindt informierte sich am Sonntag am Anschlagsort.

Berlin (epd). Nach der Gewalttat beim Christopher Street Day in Berlin hat sich die Zahl der Verletzten und Schwerverletzten weiter erhöht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach am Sonntagnachmittag bei einem Besuch am Tatort von insgesamt 29 Geschädigten, eine Person sei getötet worden. Dobrindt zeigte sich „fassungslos und tief erschüttert“ von dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag.

Der Tatverdächtige soll am späten Samstagabend mit einem weißen Kastenwagen in die Menschenmenge beim CSD gefahren und anschließend mit einer Stichwaffe auf weitere Passanten losgegangen sein. Gefahndet wird im Zusammenhang mit dem Anschlag seit der Nacht zum Sonntag nach einem 21 Jahre alten Mann.

Radikalisierter Tatverdächtiger

Der mutmaßliche Täter war nach den Worten des Bundesinnenministers in der Vergangenheit durch ein hohes Maß an Straftaten, durch Radikalisierung und die Zugehörigkeit zur islamistischen Szene aufgefallen. Er sei deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund. Der mutmaßliche Täter sei 2005 in Deutschland geboren worden. Aktuell stehe die Suche nach ihm im Vordergrund, sagte Dobrindt.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dankte bei dem Besuch am Tatort den Sicherheitsbehörden und lobte die Zusammenarbeit zwischen Land und Bund. Für den Nachmittag kündigte Wegner eine Sondersitzung des Senats und einen Trauergottesdienst in der Marienkirche an. Wegner sprach von einem Anschlag auf „die Art und Weise unseres Zusammenlebens“. „Damit muss Schluss sein“, sagte er.