Sensible Daten von evangelischer Betroffenen-Plattform kompromittiert

Sensible Daten von evangelischer Betroffenen-Plattform kompromittiert
Der Sicherheitsvorfall auf der evangelischen Betroffenen-Plattform "BeNe" ist größer als gedacht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Daten in größerem Ausmaß aus der Datenbank abgeflossen, teilt die EKD mit.

Hannover (epd). Der Sicherheitsvorfall auf der evangelischen Betroffenen-Plattform „BeNe“ ist größer als bisher vermutet. Auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Daten in größerem Ausmaß aus der Datenbank abgeflossen seien, hieß es am Donnerstag auf der Startseite der Vernetzungsplattform für Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kirche. Die Internetseite ist vorübergehend offline. Das Sicherheitsrisiko war zu Beginn der Woche infolge einer Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie festgestellt worden.

Grund für das Datenleck ist eine Sicherheitslücke im „Content-Management-System“ WordPress. Es ist ein weltweit beliebtes Programm zur Erstellung und Verwaltung von Internetseiten, Blogs und Onlineshops. Zwar wurde die Sicherheitslücke bereits geschlossen. Doch kam es zuvor zu einem unbefugten Zugriff, mutmaßlich ausgelöst durch einen automatisierten Bot. Es handele sich mutmaßlich nicht um einen gezielten Angriff auf „BeNe“, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mitteilte, die für die Internetseite verantwortlich ist.

Sensible Daten betroffen

Den Informationen zufolge sind sensible Daten abgeflossen, darunter verschlüsselte Passwörter der Nutzerinnen und Nutzer sowie verschlüsselte Beiträge in privaten Foren und privaten Chats. „Gelingt es einem Angreifer, die Passwörter zu entschlüsseln, ist es möglich, in einem zweiten Schritt auch die zugehörigen privaten Inhalte zu entschlüsseln“, heißt es auf der Seite.

Was genau abgerufen wurde, könne aufgrund der datensparsamen Erfassungen im System nicht mit letzter Gewissheit festgestellt werden. Erfahrungsgemäß zielten Angriffe dieser Art bei WordPress zunächst auf Nutzerdaten und Passwörter ab, hieß es.

Die EKD rät Nutzern für den Fall, dass sie das für „BeNe“ verwendete Passwort für andere Dienste verwenden, dieses zu ändern. Das Betroffenen-Netzwerk „BeNe“ existiert seit rund zwei Jahren. Dort sollen sich Menschen, die Missbrauch erfahren haben, in sicherem Rahmen austauschen und vernetzen können.