"Erde existiert nicht nur für uns" - Kirchen feiern Tag der Schöpfung

"Erde existiert nicht nur für uns" - Kirchen feiern Tag der Schöpfung
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen erinnert jedes Jahr im September und Oktober an den Wert der Schöpfung. Durch Klimawandel und akute Krisen ist diese zunehmend in Gefahr.

Frankfurt a.M. (epd). Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Christopher Easthill, hat einen Perspektivwechsel im menschlichen Umgang mit dem Planeten Erde gefordert. „Wir glauben, dass wir die Erde vollständig vermessen und kontrolliert haben. Doch die Erde existiert nicht nur für uns“, sagte Easthill am Donnerstag während einer Online-Pressekonferenz zum Ökumenischen Tag der Schöpfung. Das fordere das moderne Selbstbild des Menschen heraus, der sich oft als Zentrum des Universums begreife.

Die Kirchen in Deutschland stellen das Thema Biodiversität in der Pflanzenwelt ins Zentrum des diesjährigen Ökumenischen Tags der Schöpfung am 4. September. Das Leitwort für die Veranstaltung stammt aus dem Buch Hiob im Alten Testament. Darin weist Gott den Propheten in die Schranken und fragt ihn: „Weißt du, wie weit die Erde sich erstreckt?“ Dieser Satz stehe für die Abhängigkeit des Menschen von Gottes Schöpfung. Diese Abhängigkeit spüre man auch aktuell angesichts der extremen Dürre, der Hitzewelle im Juni und den starken Waldbränden in Europa, sagte Easthill.

Zentrale Veranstaltung in Marburg

Die ACK lädt für ihre zentrale Veranstaltung am 4. September in den Alten Botanischen Garten nach Marburg ein. Dort werde unter anderem erforscht, wie sich Pflanzen an veränderte Bedingungen anpassen, hieß es. In der Universitätsstadt habe die Beschäftigung mit Umwelt und Ökologie eine lange Tradition. Um 17 Uhr findet ein Gottesdienst statt, der live gestreamt wird.

Der Ökumenische Tag der Schöpfung wird seit 2010 in Deutschland auf Anregung der ACK begangen. Die bundesweite Feier findet in jedem Jahr am ersten Freitag im September statt. Er verbindet die weltweite „Schöpfungszeit“ vom 1. September bis zum Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober mit der besonderen Tradition ökumenischer Zusammenarbeit. Er geht zurück auf eine Initiative innerhalb der orthodoxen Kirchen.

Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gehören aktuell 21 Kirchen unterschiedlicher Traditionen und Konfessionen an, weitere 4 Kirchen sind Gastmitglieder.