Magdeburg (epd). Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt geht erstmals mit einer Kampagne in die Öffentlichkeit, um über ihr Selbstverständnis zu informieren. Damit reagiert die Stiftung auf verstärkte Diskussionen zur Erinnerungskultur und zu Gedenkstättenfahrten von Schulen, sagte Stiftungsdirektor Kai Langer. Unter dem Motto „Vergiss es!? Wir erinnern“ würden die Themen Rechtsstaat, Vielfalt, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung als Errungenschaften der demokratischen Entwicklung im Gegensatz zu früheren Diktaturen dargestellt.
Dazu wurden vier Plakate und Beiträge für die sozialen Medien erstellt, die bis zum Jahresende 2027 in die Gesellschaft hineinwirken sollen, hieß es. Gesetzlicher Auftrag der Stiftung und ihrer sieben Gedenkstätten sei, das Wissen um die Verbrechen während der nationalsozialistischen Diktatur und der Menschenrechtsverletzungen aus der Zeit der sowjetischen Besatzung und der SED-Diktatur zu bewahren und entsprechende Forschungserkenntnisse zu vermitteln, sagte Langer.
Sieben Gedenkstätten thematisieren NS-Geschichte und DDR-Zeit
„Wer eine Gedenkstätte besucht, darf erwarten, dass Geschichte wissenschaftlich fundiert, differenziert und auf der Grundlage anerkannter Standards historisch-politischer Bildung vermittelt wird“, sagte der Direktor. Dieser Auftrag werde auch künftig erfüllt.
Zur Stiftung gehören sieben Gedenkstätten mit neun Standorten. Dazu zählen etwa die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn an der früheren innerdeutschen Grenze, die Untersuchungsgefängnisse am Moritzplatz in Magdeburg und Roter Ochse in Halle sowie das ehemalige KZ Langenstein-Zwieberge im Harz.



