Frankfurt a.M. (epd). Der Sozialverband VdK warnt vor schwerwiegenden sozialen Folgen der geplanten Einschnitte beim Wohngeld. „Bund und Länder wollen ausgerechnet bei Menschen sparen, die schon heute kaum ihre Miete bezahlen können“, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Sonntag. Das Bauministerium plane eine der größten Sozialkürzungen der letzten Jahre. „Und sie trifft diejenigen, die sich am wenigsten dagegen wehren können.“
Über die Hälfte der Wohngeldhaushalte seien Seniorinnen und Senioren mit kleinen Renten, 44 Prozent seien Familien. „Diese Menschen haben kein Polster, kein zweites Einkommen und keine Rücklagen - sie haben das Wohngeld.“
Angespannter Wohnungsmarkt
Für viele Haushalte entscheide das Wohngeld darüber, ob sie ihre Wohnung halten könnten, führte Bentele aus und verwies auf den angespannten Wohnungsmarkt mit steigenden Mietpreisen. Besonders widersprüchlich sei, dass der Gesetzentwurf selbst einräume, dass infolge der Kürzungen Hunderttausende Menschen in die Grundsicherung gedrängt würden.
Der Gesetzentwurf des Bauministeriums sieht vor, dass Bund und Länder im kommenden Jahr rund 1,5 Milliarden Euro beim Wohngeld sparen und ab 2028 jährlich über zwei Milliarden Euro. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) rechnet damit, dass jeder dritte Wohngeldhaushalt seinen Anspruch verlieren wird.
Zum Jahresende 2024 bekamen laut dem Statistischen Bundesamt etwa 1,24 Millionen Haushalte in Deutschland Wohngeld. Sie erhielten im Durchschnitt 287 Euro pro Monat. Insgesamt flossen 2024 fast 4,7 Milliarden Euro ins Wohngeld, 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr.




