Von den 13 Kolonien zu den USA

Von den 13 Kolonien zu den USA
Insgesamt 13 Kolonien gründen britische Siedler an Nordamerikas Atlantikküste. Die Wandlung dieser Kolonien hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika beginnt mit einem Streit über Steuern und Abgaben.

Frankfurt a.M. (epd). In den britischen Kolonien gibt es zunächst keine direkten Steuern. Doch ihre Verteidigung kostet Geld, und Großbritannien will die Siedler an diesen Kosten beteiligen. Die Kolonisten wehren sich dagegen. Am Ende gründen sie eine neue Nation.

* 1607: Im heutigen Virginia entsteht mit Jamestown die erste dauerhafte englische Kolonie in Nordamerika.

* 1620: Das Schiff „Mayflower“ bringt mehr als 100 Auswanderer ins heutige Massachusetts, dort entsteht die zweite Kolonie. Etwa die Hälfte der Auswanderer gehören zur streng religiösen Minderheit der Puritaner. Sie und die anderen Auswanderer einigen sich auf einen Vertrag, den „Mayflower Compact“. Er garantiert allen Männern in der Kolonie gleiche Rechte und Religionsfreiheit.

  • 1664: Die Briten erobern das niederländische Nieuw Amsterdam und benennen es in New York um.
  • 1732: Mit der Gründung von Georgia gibt es nun 13 britische Kolonien in Nordamerika. Sie unterscheiden sich gesellschaftlich stark: In den Neuengland-Kolonien im Norden leben überwiegend kleine Farmer und Bürgerliche. Im Süden dominieren große Plantagen, die von Sklaven bewirtschaftet werden.
  • 1756: Beginn des Siebenjährigen Kriegs, in Nordamerika „The French and Indian War“ genannt, weil die Franzosen gegen britische Truppen und Siedler indigene Hilfstruppen einsetzen. Großbritannien will den Krieg unter anderem durch Abgaben finanzieren, die von den Kolonisten kommen sollen. Direkte Steuern gibt es in den 13 Kolonien bislang nicht.
  • 1763: Ende des Siebenjährigen Kriegs. Die Gefahr für britische Siedler durch Mingo-, Shawnee- und Odawa-Krieger hält jedoch an. Die Briten verbieten Siedlern, sich westlich der Appalachen niederzulassen, um sie nicht gegen die Ureinwohner verteidigen zu müssen. Viele Kolonisten wollen das Verbot nicht akzeptieren.
  • 1764: Großbritannien erhebt in Nordamerika Einfuhrzölle auf Konsumgüter wie Zucker, Wein oder Seide, um die durch den Krieg leere Staatskasse zu füllen. Die Kolonisten reagieren wütend. Sie wollen nur zahlen, wenn sie dafür im Parlament angemessen repräsentiert seien, lassen sie die Krone wissen: „No taxation without representation“, keine Besteuerung ohne politische Repräsentation.
  • 1765: Gebühr auf Druckerzeugnisse im Stamp Act, Proteste in den Kolonien
  • 1766: Rücknahme des Stamp Act. Großbritannien hält aber am Ziel, seine Herrschaft in den Kolonien zu intensivieren und dies durch Abgaben zu finanzieren, grundsätzlich fest. Zugleich werden die Kolonisten von ihrer Erkenntnis ermutigt, dass ihr Druck Wirkung zeigen kann.
  • 1767: Einfuhrzölle auf Leder, Papier und Tee
  • 1770: Am 5. März sterben im sogenannten Boston-Massaker fünf Menschen, als eine wütende Menge britische Soldaten angreift.
  • 1773: Der Tea Act vom 10. Mai befreit die East Indian Company vom Teezoll. Die Company kann Tee daher billiger anbieten als einheimische Teehändler. Bei der sogenannten Boston Tea Party am 16. Dezember werfen Bostoner Bürger Tee von Schiffen der Company ins Meer.
  • 1774: Auf das Eintreffen der Nachricht von der Boston Tea Party reagiert das britische Parlament mit den Coercive Acts (Erzwingungsgesetze). Auf diese Absicht, die britische Politik mit Gewalt durchzusetzen, reagieren wiederum die Kolonien mit der Bildung einer kolonieübergreifenden Versammlung, dem Ersten Kontinentalkongress. Der Kongress betont seine Treue zur Krone, beschließt aber auch die Mobilisierung von Milizen und die gegenseitige Unterstützung für den Fall eines britischen Angriffs.
  • 1775: Das Parlament in London erklärt Mitte Februar, dass sich die Kolonie Massachusetts in offenem Aufruhr befinde. Bei dem Vorhaben, ein Waffenlager auszuheben, geraten Milizionäre und britische Soldaten am 18. und 19. April bei Lexington und Concord in Massachusetts aneinander. Einen eindeutigen Sieger gibt es nicht, was allerdings bedeutet, dass die Briten es nicht schaffen, militärische Überlegenheit zu demonstrieren.

Im Mai tritt in Philadelphia der Zweite Nationalkongress zusammen, eine Art Regierung der 13 Kolonien. Immer noch betont er die Zugehörigkeit zum britischen Imperium, ruft aber am 26. Mai den Verteidigungszustand aus. George Washington wird Oberbefehlshaber der vom Nationalkongress gegründeten Kontinentalarmee. König Georg III. erklärt im August den Zustand der offenen Rebellion aller Kolonien.

  • 1776: Am 4. Juli nimmt der Kontinentalkongress die von Thomas Jefferson und anderen ausgearbeitete Unabhängigkeitserklärung einstimmig - bei der Enthaltung New Yorks - an. Kämpfe mit britischem Militär folgen.
  • 1777: Der Kontinentalkongress verabschiedet am 15. November die Konföderationsartikel, die Grundlage für die erste US-Verfassung von 1787. Die 13 Kolonien schließen sich darin zu einem Bund zusammen, den Vereinigten Staaten von Amerika.
  • 1781: Die britischen Truppen in Nordamerika kapitulieren am 19. Oktober.
  • 1783: Großbritannien erkennt am 3. September im Frieden von Paris die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an.
  • 1789: Die US-Verfassung tritt am 4. März in Kraft.