Paderborn (epd). Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz schließt sich der Warnung von Papst Leo XIV. vor einem wachsenden Einfluss von Tech-Konzernen an. Der Einfluss der technologischen Innovationen auf die Menschheit sei stärker als internationale Gremien oder auch staatliche Institutionen, sagte Bentz dem Evangelischen Pressedienst (epd). Damit seien Tür und Tor für Manipulation, Ausgrenzung und Ungerechtigkeit geöffnet.
In seiner Enzyklika zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) spreche Papst Leo XIV. „von neuen kolonialen Formen, die sich mit dieser technologischen Innovation verbinden“, erklärte Bentz. Demnach habe nicht mehr derjenige einen Machthebel in der Hand, der das Land und seine Rohstoffe besitze, sondern wer über die Daten ganzer Bevölkerungen verfüge, sagte Bentz. Datenmacht müsse jedoch gemeinwohlorientiert gestaltet werden.
Teilhabe, Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeit
Der Papst habe Entwicklung und Innovation mit den großen Themen Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen verknüpft, erläuterte der 59-jährige Erzbischof. Entwicklung sei nicht menschlich, wenn Religionen, Nationen oder Menschengruppen abgehängt und ausgeschlossen würden. Stattdessen müssten Teilhabe, Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeit im Blick auf die kommenden Generationen gewährleistet sein.
In der Enzyklika gehe es nicht darum, ob diese technologische Innovation gut oder schlecht sei, betonte Bentz weiter. Es stelle sich jedoch die Frage, wer darüber die Macht habe und wie die Neuerungen eingesetzt würden. Der Papst frage, wie neue Technik, Macht, Wirtschaft, Wahrheit, Frieden und Menschenwürde neu zusammengedacht werden können.
Papst Leo XIV. hatte am 25. Mai seine erste Enzyklika veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Magnifica Humanitas“ („Großartige Menschheit“).



