Frankfurt a.M., New York (epd). Tausende Angriffe auf Bildungseinrichtungen haben laut dem Bündnis GCPEA in den vergangenen beiden Jahren die Schulbildung von Mädchen und Jungen in Dutzenden Ländern torpediert. Registriert worden seien mindestens 8.500 Angriffe in den Jahren 2024 und 2025, ein Anstieg um über 40 Prozent gegenüber den beiden Jahren zuvor, erklärte die „Globale Koalition zum Schutz der Bildung gegen Angriffe“ in New York in ihrem am Montag veröffentlichten Bericht. Die tatsächliche Zahl sei vermutlich noch weit höher.
Die Attacken auf das Bildungssystem hätten mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Bildungspersonal in 83 Ländern getroffen, heißt es in dem Bericht. Darunter seien auch Regionen, in denen es keine aktuellen bewaffneten Konflikte gegeben habe.
Gaza-Streifen und Ukraine
Die meisten Angriffe verzeichnete GCPEA in Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, in Haiti, den palästinensischen Gebieten und der Ukraine. Allein in den palästinensischen Gebieten hätten sich über 2.000 Angriffe gegen Bildungseinrichtungen gerichtet, bis Ende 2025 seien fast alle Schulen im Gazastreifen beschädigt oder zerstört gewesen. In der Ukraine seien mehr als 900 Angriffe auf Schulen registriert worden, in Haiti über 400. Die höchste Zahl an Toten und Verletzten sei in Myanmar, Nigeria, Jemen und Kamerun dokumentiert worden.
Mädchen und Frauen seien einem erhöhten Risiko von Gewalt und Ausgrenzung ausgesetzt gewesen, erklärte GCPEA. Dazu zählten gezielte Angriffe auf Mädchenschulen und sexuelle Gewalt in Konflikten.
Auch Meldungen über eine militärische Nutzung von Schulen hätten sich auf rund 1.900 Fälle fast verdoppelt. Das treffe nicht nur den Unterricht, sondern erhöhe auch das Risiko von Kinderrekrutierung, sexueller Gewalt und Vergeltungsangriffen, beklagte das Bündnis. GCPEA ist ein Zusammenschluss von UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen aus dem Bildungsbereich.



