Düsseldorf (epd). Seit dem Start des Männerhilfetelefons im April 2020 ist die Nachfrage nach dem Beratungs- und Unterstützungsangebot für gewaltbetroffene Männer ungebrochen. Auch im vergangenen Jahr sei die Zahl der Beratungskontakte erneut gestiegen, teilte das nordrhein-westfälische Familienministerium am Mittwoch in Düsseldorf mit und verwies im Jahresbericht 2025 auf 4.051 Kontakte. 2020 lag die Zahl noch bei 3.217.
Der Verein ESTAruppin hat das Angebot, das unter der Nummer 0800 123 99 00 bundesweit erreichbar ist, wissenschaftlich begleitet und den Bericht dazu veröffentlicht.
Demnach war im vergangenen Jahr die Mehrzahl der Anrufer von Gewalt durch die Partnerin oder den Partner (43,5 Prozent) sowie durch die Ex-Partnerin oder den Ex-Partner (17,8 Prozent) betroffen. Die Taten wurden überwiegend von Frauen verübt (74 Prozent).
Die gewaltbetroffenen Männer berichteten häufig von psychischen Gewalterfahrungen (54 Prozent) und körperlicher Gewalt (39 Prozent). Der Tatort war meist die eigene oder eine andere Wohnung (76 Prozent). Drei Viertel der Ratsuchenden wurden vom Männerhilfetelefon weitervermittelt, etwa an Opfer- und sonstige Beratungsstellen.
Beratung auch im Chat
Das „Hilfetelefon Gewalt an Männern“ bietet neben telefonischer Beratung über die Internetseite www.maennerhilfetelefon.de auch die Möglichkeit, über Chat oder E-Mail in Kontakt zu treten.
An dem von Nordrhein-Westfalen und Bayern ins Leben gerufenen Hilfsangebot sind mittlerweile auch Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz beteiligt.




