Frauen in Entwicklungsländern häufiger behindert als Männer

Frauen in Entwicklungsländern häufiger behindert als Männer
In armen Ländern sind nach Expertenangaben mehr Frauen behindert als Männer. Dies sei eine Folge von Diskriminierung und Mangel an Bildung, schreibt der Direktor der Christoffel-Blindenmission, Rainer Brockhaus, im Frankfurter Magazin "Welt-Sichten" (Oktoberausgabe). Frauen lebten häufiger in Armut und hätten eine schlechtere Gesundheitsfürsorge.

Behinderte Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika werden laut Brockhaus in Beruf und Gesellschaft doppelt benachteiligt. So hätten sie viel schlechtere Heiratschancen als gesunde Frauen. Aber auch in der Ehe ergehe es behinderten Frauen oft schlecht: Sie seien im Vergleich zu gesunden Frauen stärker von häuslicher und sexueller Gewalt bedroht.

Wenn sich Frauen in Ländern wie Malawi oder Indien eine Behinderung zuziehen, werden sie laut Brockhaus oft von ihren Ehemännern verlassen. "Keiner hält das für unmoralisch oder verwerflich", erklärte der Leiter der Blindenmission mit Sitz im südhessischen Bensheim. Das Hilfswerk hat sich auf die Hilfe für Behinderte in armen Ländern spezialisiert.

Von den sieben Milliarden Menschen auf der Erde ist jeder siebte behindert. 80 Prozent der behinderten Männer, Frauen und Kinder leben in Entwicklungsländern. Besonders betroffen sind laut Weltgesundheitsorganisation arme und alte Menschen.

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