Mit den richtigen Pflanzen können Gräber zu echten Lebensräumen für Vögel, Insekten und andere Tiere werden. Gerade im Herbst ist die beste Zeit, um neu anzupflanzen. Naturschutzverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) geben Tipps, wie eine ökologische Grabgestaltung gelingt.
Heimische Pflanzen wählen
Fette Henne, Wilde Karde oder Storchschnabel: Wer auf heimische Wildpflanzen setzt, darf sich über Wildbienen und Schmetterlinge freuen. Von Zierpflanzen aus dem Baumarkt, meist importiert und gezüchtet, rät der NABU ab. Heimische Arten hingegen wirkten sich positiv auf die Artenvielfalt aus. Viele dieser Bodendecker, Stauden und Sträucher kämen mit wenig Pflege klar und müssten nicht so oft gegossen werden.
Passende Stauden aussuchen
Für die Grabgestaltung gibt es viele passende heimische Pflanzen. Welche genau geeignet sind, hängt vom Standort ab. Weitere Informationen und Pflanzlisten für Gräber im Schatten, Halbschatten oder in der Sonne finden sich beispielsweise auf dieser Website.
Auf Schalen verzichten
Auf Pflanzschalen und wechselnde Bepflanzungen am besten verzichten, sie sollten höchstens 20 Prozent der Fläche ausmachen, rät der BUND. Pflanzen, die immer wieder frisch gesetzt werden und nur wenig Wurzeln bilden, vertragen den Klimawandel auch nur schlecht. Stattdessen sollten mehrjährige Stauden auf Gräber kommen.
Verblühtes stehen lassen
Naturschützer raten, Verblühtes bis in den Winter stehen zu lassen. Wildbienen nutzen die Stängel für Brutkammern, Larven überwintern ebenfalls in abgestorbenen Pflanzenresten. Wenn alles verblüht ist und die Fruchtstände umkippen, kann man sie einfach zusammenbinden, rät der BUND. Für Laub gilt Gleiches: Es bietet Insekten und Kleinsäugern Unterschlupf.
Torffreie Erde verwenden
Wer zu torfhaltiger Blumen- und Graberde greift, trägt zur Zerstörung klimaschützender Moore bei. "Nutzen Sie gleichwertige Alternativen. Im Handel sind torffreie Graberden erhältlich, die durch den Einsatz von Kokosfasern ebenso wasserspeichernde wie auch durchlüftende Eigenschaften aufweisen", rät der BUND. Zur Bodenverbesserung eignet sich Kompost.
Wildnis tolerieren
Unkraut und sogenanntes Ungeziefer ruhig stehen lassen: Brennnesseln zum Beispiel sind Futter für Raupen, Blattläuse ein gefundenes Fressen für Marienkäfer. Totholz, als Grabschmuck eingeplant oder versteckt zwischen Grabmal und Stauden platziert, dient Wildbienen und Käfern als Unterschlupf und Nahrungsquelle.
Grabsteine nicht putzen
An Grabsteinen aus ungeschliffenem Naturstein wie Sandstein, Kalkstein oder Granit siedeln sich im Laufe der Jahre zum Teil seltene Moose und Flechten an. "Entfernen Sie diese nicht mit Bürsten oder gar chemischen Mitteln", betont der BUND.
Auf Steinplatten verzichten
Die letzte Ruhestätte am besten nicht mit Steinen abdecken, appellieren Naturschützer. Versiegelte Flächen, ob durch Schotter oder Steinplatten, heizten sich im Sommer stark auf und gäben Wärme an die Umgebung ab. Tiere und Pflanzen fänden dort weder Nahrung noch Lebensraum. Außerdem könne Regen nicht mehr ordentlich versickern.
Alternativen Grabschmuck wählen
Auch Gestecke und Blumenschalen sollten möglichst aus kompostierbaren Materialien bestehen, empfiehlt der BUND. Plastikelemente gelte es zu vermeiden, ebenso Kunststoffbänder. Besser seien Naturmaterialien wie Weidenkörbe, Strohkränze und Jutebänder. Und: Wer Schnittblumen mag, sollte sie regional und saisonal kaufen.
Alternative Grabkerzen
An Allerheiligen brennen an etlichen Ruhestätten rote Grablichter. Sie verursachen allerdings viel Müll. Alternativ eignen sich nachfüllbare Lichter, Produkte aus Bienenwachs oder Pflanzenöl in Glasbehältern. Auch ein elektrisches Grablicht lässt sich jahrelang nutzen. "Sinnvoll sind Grablichter mit eingebautem Solarmodul und Lichtsensor," rät der BUND.




