Große regionale Unterschiede bei Lebenserwartung

Große regionale Unterschiede bei Lebenserwartung
Die Lebenserwartung von Männern in Deutschland hat in allen Ländern wieder die Werte von vor der Corona-Krise erreicht. Bei den Frauen war das Bild nicht einheitlich.

Wiesbaden (epd). In Deutschland zeigen sich bei der Lebenserwartung weiterhin große regionale Unterschiede. Bei den Männern betrug die Spanne 2025 zwischen Baden-Württemberg (80,6 Jahre) und Sachsen-Anhalt (76,8 Jahre) fast vier Jahre, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Mittwoch mitteilte. Bei den Frauen lag die Differenz zwischen Spitzenreiter Baden-Württemberg (84,6 Jahre) und Schlusslicht Saarland (82,1 Jahre) noch bei 2,6 Jahren.

Nach Angaben des BiB nahm die Lebenserwartung bei Männern 2025 in allen Bundesländern zu und erreichte mittlerweile überall wieder das Niveau der Zeit vor der Coronavirus-Pandemie. Bei den Frauen sei dies bislang erst in neun Ländern der Fall, und mancherorts sei die Lebenserwartung 2025 sogar gesunken. Einen besonders starken Rückgang um sechs Monate habe Thüringen verzeichnet. In allen Bundesländern lag die Lebenserwartung von Frauen dennoch mehrere Jahre über der von Männern. Die größte Lücke (6,4 Jahre) trete in Mecklenburg-Vorpommern auf, die kleinsten im Saarland (3,7 Jahre) und Schleswig-Holstein (3,9 Jahre).

Negativfaktor Rauchen

Eine Ursache für die unterschiedlichen Entwicklungen der jüngsten Zeit sieht das BiB im Zigarettenkonsum. „Unter Männern war starkes Rauchen im 20. Jahrhundert sehr viel weiter verbreitet als unter Frauen, mit erheblichen Auswirkungen auf die Sterblichkeit“, erklärte Forschungsgruppenleiter Pavel Grigoriev. „Der Tabakkonsum ebbte bei Männern aber schon vor mehreren Jahrzehnten ab, so dass die negativen Folgen bereits zurückgehen.“ Bei Frauen habe sich das Rauchen erst ab etwa 1970 ausgebreitet. Gesundheitliche Auswirkungen des Zigarettenkonsums würden daher aktuell noch zunehmen.