Berlin (epd). Die Gemeine Esche ist zum „Baum des Jahres 2027“ gekürt worden. Die heimische Art komme sowohl mit Feuchtigkeit und Überflutung als auch mit Trockenheit zurecht, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Bäume wüchsen unter anderem in Auwäldern, einem stark bedrohten Lebensraum entlang von Flüssen. Den Angaben nach wurde die Esche durch das Kuratorium für den „Baum des Jahres“ gewählt, in dem der BUND Mitglied ist. Damit löst sie die Zitterpappel ab.
Schon 2001 war die Esche „Baum des Jahres“. Laut der BUND-Expertin Nicola Uhde sind eschenreiche Wälder besonders artenreich. Jedoch seien nur noch neun Prozent der Flussauen in Deutschland ökologisch intakt. Auch ein asiatischer Pilz habe in den vergangenen Jahren zu einem Eschensterben beigetragen. Heute hat der Baum den Angaben nach noch einen Waldanteil von 2,5 Prozent. Eschen können maximal 250 bis 300 Jahre alt werden.
Mehr Anstrengungen beim Schutz von Lebensräumen gefordert
Der BUND fordert von der Bundesregierung anlässlich der Wahl der Esche einen besseren Schutz von Lebensräumen. Dazu gehöre auch, dass Deutschland seinen Entwurf für einen Wiederherstellungsplan für die Natur bei der EU-Kommission einreiche.
Die Wiederherstellungsverordnung verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, geschädigte Ökosysteme in einen besseren Zustand zu bringen. Deutschland hätte bis September einen entsprechenden Entwurf einbringen sollen. „Wenn wir unseren Flüssen wieder mehr Raum geben, Auen und andere Lebensräume renaturieren, schützen wir nicht nur Biodiversität und Klima, sondern auch unsere Lebensgrundlagen“, erklärte Uhde.




