Leipzig, Berlin (epd). An mehreren deutschen Flughäfen hat ein Aktionsbündnis am Samstag gegen Abschiebungen und Abschiebehaft demonstriert. Für den Flughafen Leipzig/Halle berichtete das Aktionsbündnis widersetzen von rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei einer Kundgebung im Eingangsbereich. Die Demonstration am Flughafen Leipzig/Halle war Teil eines Protests unter dem gemeinsamen Titel „Bundesweit gegen Abschiebewahn“. Deutschlandweit demonstrierten nach Angaben des Aktionsbündnisses mehrere Tausend Menschen.
Aktionen gab es demnach auch an den Flughäfen Frankfurt, Köln und München sowie Düsseldorf, Hannover und Berlin. In Frankfurt am Main versammelten sich laut einer Sprecherin des Bündnisses etwa 500 bis 600 Demonstrationsteilnehmern. Auch für den Flughafen BER in Berlin-Schönefeld war von mehreren Hundert Teilnehmenden die Rede. Nach den Worten einer Sprecherin war der Zulauf dort größer als erwartet, sodass die Kundgebung entgegen der ursprünglichen Planung nur im Außenbereich stattfinden konnte.
Kritik an Abschiebeterminals
Die Initiativen kritisierten „die politischen Prioritäten der Bundesregierung“. Während vor allem im Sozialen und im Gesundheitsbereich über gravierende Einsparungen diskutiert werde, fließen ihrer Darstellung nach „gleichzeitig erhebliche öffentliche Mittel für Abschiebungen und die dafür notwendige Infrastruktur“. Auch Kooperationen mit Drittstaaten zum Zwecke der Abschiebung und die Folgen der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) waren Themen der Proteste.
In Leipzig richtete sich die Aktion vor allem gegen die Airline Freebird, mit der Charter-Abschiebungen nach Afghanistan umgesetzt werden. Bündnissprecherin Luca Müller erklärte vorab: „Es ist und bleibt skandalös, dass diese Abschiebungen in Zusammenarbeit mit den Taliban durchgeführt werden und sich eine Airline an dieser furchtbaren Praxis bereichern kann.“
In München richtete sich der Protest vor allem gegen das geplante Abschiebeterminal am Flughafen. Solche Terminals entstehen den Angaben zufolge zudem an den Flughäfen Frankfurt und Berlin. In München fand nach Angaben der Veranstalter mit rund 1.000 Teilnehmenden die größte Demonstration des Aktionstags statt. Katharina Grote von der Kampagne Abschiebeterminal MUC verhindern forderte einen Stopp des Projekts: „Wir wollen einen Flughafen, der für Ankommen und Offenheit steht, statt die Infrastruktur für Massenabschiebungen zu liefern.“




