Wiesbaden (epd). Das mittlere Einkommen von Menschen in Großstädten, städtischen Kreisen und ländlichen Kreisen ist nach einer Datenauswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) von 2025 praktisch gleich. Der bundesweite Wert (Median) von 1.889 Euro netto im Monat sei in allen drei Strukturräumen ähnlich, sagte die BiB-Direktorin Katharina Spieß am Mittwoch in Wiesbaden. „Dieser Wert teilt die Bevölkerung exakt in zwei Hälften: Die eine Hälfte der Personen hat ein höheres Einkommen, die andere Hälfte ein geringeres.“
„Beim Einkommen zeigt sich eine größere Kluft zwischen den Geschlechtern als zwischen den Wohnorten“, sagte Spieß. 60 Prozent der Männer in Großstädten und ländlichen Kreisen verdienten mehr als den mittleren Wert, in städtischen Kreisen waren es sogar 66 Prozent. Von den Frauen hingegen verdienten in Großstädten nur 42 Prozent mehr als das Medianeinkommen, in städtischen Kreisen 37 Prozent und in ländlichen Kreisen 35 Prozent. Bundesweit liegen demnach 62 Prozent der Männer, aber nur 38 Prozent der Frauen über dem Median.
Frauen als Potenzial für den Arbeitsmarkt
Gerade in den städtischen und ländlichen Kreisen sei der Anteil der erwerbsfähigen Frauen in Teilzeitarbeit besonders groß, sagte Spieß. Die Gewinnung von mehr Frauen für Erwerbsarbeit und für Vollzeitarbeit könne eine Antwort auf das Ausscheiden der in den 1960er Jahren geborenen Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben in den kommenden Jahren sein. Diese Generation bilde besonders in den städtischen und ländlichen Kreisen die stärkste Bevölkerungsgruppe.




