Das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin würdigt den mythischen Feldherrn und Herrscher Dschingis Khan mit einer Sonderausstellung. Anlass für die archäologische Schau "Dschingis Khan und die Welt der Mongolen" ist der 800. Todestag des Staatsgründers der Mongolei. Die Ausstellung wird in der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel gezeigt.
Sie entstand in Kooperation mit dem Dschingis-Khan-Nationalmuseum in Ulaanbaatar und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften. Anhand neuester Forschungsergebnisse wird zu einem differenzierten Blick auf den Herrscher und sein Nachwirken eingeladen. Museumsdirektor und Kurator Matthias Wemhoff stellt fest, dass Dschingis Khan in Deutschland "nur noch als die Gestalt aus dem Schlager bekannt" sei.
Er sei jedoch ein Herrscher, der aus dem Nichts heraus ein neues Reich mit Weltgeltung geschaffen habe, was von den etablierten Mächten lange unterschätzt worden sei. Das vermittelt die Ausstellung mit zahlreichen Objekten, darunter Schätze aus jüngsten archäologischen Grabungen, die in Kooperation von deutschen und mongolischen Archäologen durchgeführt wurden. Viele Exponate sind erstmals außerhalb der Mongolei zu sehen und geben Einblick in die politische und kulturelle Entwicklung des Steppenreiches.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die Bedeutung des Mongolen-Herrschers Dschingis Khan für die Entwicklung der Weltgeschichte erinnert. Der vor rund 800 Jahren gestorbene Mongolen-Führer bewege bis heute Vorstellungen und Fantasien vieler Menschen weltweit, erklärte Steinmeier zur Eröffnung der Ausstellung.
Ohne ihn wäre ein großer Teil der Geschichte Asiens, aber auch des östlichen Europa anders verlaufen. "Seine Eroberungen haben ganze Kulturkreise, ganze Landstriche, vor allem ungezählte Menschenleben hinweggefegt." Wer die Ausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte besuche, mache eine weite Reise durch Zeiten und Räume.
"Es ist eine Ausstellung, die uns mit Menschen sozusagen vom anderen Ende der Welt und aus lang vergangenen Zeiten bekannt macht." Präsentiert werde eine faszinierende, aber fremde Welt, "die uns in Staunen versetzt und die uns mit ihren gesellschaftlichen und politischen Formen der Gemeinschaftsbildung und mit ihren kulturellen Schöpfungen immer wieder überrascht", erklärte Steinmeier.
Anlass für die Ausstellung ist der 800. Todestag des Staatsgründers der Mongolei im kommenden Jahr. Sie entstand in Kooperation mit dem Dschingis-Khan-Nationalmuseum in Ulaanbaatar und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften. Die Ausstellung schlägt den Bogen von frühen nomadischen Siedlungen der Turkvölker und Uiguren im 5. bis 9. Jahrhundert bis zur Entstehung des Weltreiches der Mongolen. Sie ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.




