Bonn (epd). Der Ausschluss von Frauen von Weiheämtern in der katholischen Kirche ist für die Schriftstellerin Nora Bossong ein Glaubenshindernis. „Ich kann sehr schwer damit leben, als Frau immer noch ein Mensch zweiter Klasse zu sein, ich möchte damit auch eigentlich nicht leben“, sagte Bossong dem Online-Portal katholisch.de (online, Dienstag). „Man mag sagen: Das Priesteramt betrifft nur wenige. Aber wenn gesetzlich geregelt wäre, dass niemals eine Frau Bundespräsidentin werden könnte, betrifft das noch weniger - und alle Frauen“, sagte sie.
Auch theologisch sehe sie keine überzeugenden Argumente, warum Frauen nach wie vor ausgeschlossen seien, sagte die Autorin. Die Frage, ob Frauen katholische Priesterinnen werden können, sei für sie mehr als eine formale Frage oder ein Reformthema. „Es hat stark mit dem Glauben und der Würde jedes einzelnen zu tun. Genauso wie der Missbrauch Menschen vom Glauben weggebracht hat, bringt auch diese Frage Menschen vom Glauben weg“, sagte Bossong.
Aktueller Roman heißt „Reichskanzlerplatz“
Die 44-jährige Schriftstellerin hat jüngst das Buch „Welt mit anderen Mitteln. Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten“ veröffentlicht. Ihr zuletzt veröffentlichter Roman „Reichskanzlerplatz“ handelt von Magda Goebbels, der Frau des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels.




