Nairobi, Bamako (epd). Human Rights Watch wirft der malischen Armee Angriffe auf Zivilisten bei Anti-Terror-Einsätzen vor. Dabei hätten die Streitkräfte Unterstützung des russischen Afrika-Corps erhalten, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Human Rights Watch spricht von Verstößen gegen das Völkerrecht und fordert die Afrikanische Union auf, das Vorgehen zu verurteilen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
In Nord- und Zentralmali kontrollieren islamistische Terrorgruppen ganze Landstriche und verüben regelmäßig Angriffe, auch gegen das Militär, das dann laut dem Bericht oft mit Drohnen Vergeltungsschläge auf Dörfer durchführt, wo es Rebellen vermutet. „Das malische Militär wie auch aufständische Gruppen begehen schwere Verstöße gegen das Kriegsrecht, während internationale Organisationen und Regierungen größtenteils tatenlos zusehen“, erklärte Ilaria Allegrozzi, leitende Sahel-Forscherin bei Human Rights Watch.
Drohnenangriffe auf Markt und Gesundheitszentrum
Der Bericht beruht den Angaben zufolge auf der Auswertung von Videos und Fotos sowie Interviews mit 30 Augenzeugen und Experten. Er zeigt unter anderem Beweise für zwei tödliche Drohnenangriffe auf einen Markt und ein Gesundheitszentrum sowie die Erschießung von fünf Mädchen durch malische Soldaten auf. Für letzteres hatte sich die Armee später entschuldigt.
Mali hat sich gemeinsam mit den Nachbarländern Burkina Faso und Niger, die ebenfalls vom Militär regiert werden, zur Sahelallianz zusammengeschlossen und setzt auf die Unterstützung von Russland im Kampf gegen den Terror in der Region.




