Bonn (epd). Der September 2026 war laut dem europäischen Klimadienst Copernicus weltweit der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Temperatur habe vergangenen Monat bei 16,27 Grad Celsius gelegen und damit 0,82 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020, teilte Copernicus am Montag in Bonn mit. Damit lagen die Temperaturen wie auch im August erneut mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau.
Laut Copernicus war es im September im Vergleich zum vorindustriellen Niveau (Referenzzeitraum: 1850 bis 1900) um 1,63 Grad wärmer. Damit hätten zum ersten Mal seit November 2025 wieder zwei Monate in Folge die 1,5-Grad-Grenze überschritten, die wichtig für die Stabilität des Klimasystems ist.
Hohe Temperaturen bis ins Jahr 2027
Angesichts des Klimaphänomens El Niño rechnet Copernicus-Leiter Carlo Buontempo mit anhaltend hohen Temperaturen bis ins nächste Jahr. „Wir befinden uns in einer neuen Serie von Monaten mit Werten über der Schwelle von 1,5 Grad“, sagte Buontempo. Das Überschreiten der im Pariser Abkommen festgelegten langfristigen Obergrenze sei nur noch eine Frage der Zeit. „Wie weit und wie lange wir diese Grenze überschreiten, liegt noch in unserer Hand.“
In dem Abkommen von 2015 hatte sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, die Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu beschränken. Dieses Ziel ist langfristig ausgelegt, das heißt, es gilt noch nicht als gescheitert, wenn die Temperatur in einzelnen Monaten überschritten wird.
Wärmster September für Westeuropa
In Europa setzte sich laut Copernicus die überdurchschnittliche Wärme und Trockenheit, die den Sommer geprägt hatten, im September fort. Für Europa insgesamt sei es der drittwärmste September gewesen, für Westeuropa der wärmste sei Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur sei die höchste gewesen, die jemals im September gemessen wurde.
Der EU-Klimadienst Copernicus veröffentlicht regelmäßig Daten und Berichte zum Stand des Klimawandels. Er wird betrieben vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage.




