Anwalt: Hinrichtungsopfer Christa Pike kann nicht schlucken

Anwalt: Hinrichtungsopfer Christa Pike kann nicht schlucken
Der Zustand von Christa Pike nach ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee ist schlecht. Doch selbst im Krankenhaus bleibt sie an das Bett gefesselt.

Washington (epd). Die zum Tod verurteilte Christa Pike hat bei ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee nach Darstellung ihre Anwälte schwerste Schäden an ihrer Gesundheit erlitten. Einer ihrer Verteidiger, Randy Spivey, sagte am Mittwoch (Ortszeit), Pike könne ihre Arme nicht bewegen, und sie könne nicht essen, weil sie nicht schlucken könne. Sie habe zudem eine Lungenentzündung. Spivey sprach auch von „kognitiver Verwirrrung“.

Die Frau, die 1995 im Alter von 18 Jahren eine Kollegin brutal getötet hatte, sollte am 30. September hingerichtet werden. Das todbringende Mittel Pentobarbital wirkte aber nicht wie erwartet. Pike atmete weiter. Schließlich wurde die Hinrichtung gestoppt, die 50-Jährige kam in ein Krankenhaus.

Richterin: Beweismittel sichern

Bei einer Gerichtsanhörung in Tennessee am Mittwoch erklärte Anwalt Luke Ihnen, Pikes Füße und eine Hand seien an das Krankenhausbett gefesselt. Mediziner im Krankenhaus hätten verlangt, dass zumindest ihre Hand befreit wird. Richterin I'Ashea Myles befahl dem Justizvollzug von Tennessee, alle Beweismittel und Kommunikationen einschließlich E-Mails und Logbücher von der versuchten Hinrichtung zu sichern. Nichts dürfe „verlegt oder versehentlich gelöscht“ werden.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Tennessee, John Ayers, erklärte am Mittwoch, er könne nicht sagen, ob der Bundesstaat ein zweites Mal versuchen werde, Spike zu töten. Anwalt Spivey hält das nach eigenen Worten für unvorstellbar.