Frankfurt a.M., Mogadischu (epd). Die Hilfsorganisation Care warnt angesichts des Klimaphänomens El Niño vor einer Verschärfung der humanitären Krise in Somalia. Schon jetzt kämpften viele Menschen ums Überleben. Überschwemmungen, Krankheiten und neue Vertreibungen würden ihre Notlage weiter verschlimmern, teilte die Hilfsorganisation am Montag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mit. „Der Hunger nimmt zu, die Hilfe schwindet, und Frauen und Kindern bleiben immer weniger Möglichkeiten, die Folgen der Krise zu bewältigen“, sagte die Care-Landesdirektorin Ummy Dubow.
Aufgrund eines starken El-Niño-Ereignisses werden laut Care während der somalischen Regenzeit von Oktober bis Dezember überdurchschnittliche Niederschläge erwartet. Schwere Überschwemmungen könnten Ernten und Infrastruktur beschädigen, Märkte lahmlegen und Wasserquellen verunreinigen. Zudem erhöhe sich das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten.
Geberländer kürzen Hilfsgelder
Auch die Gefahr von Ausbeutung und geschlechtsspezifischer Gewalt nehme zu. Die Ernährungssituation im Land würde sich weiter verschärfen. Zugleich gebe es immer weniger humanitäre Hilfen, warnte Care. Die Zahl der Menschen, die Nahrungsmittelhilfe erhalten, habe sich zwischen Januar und Juni 2026 fast halbiert.
El Niño ist ein alle paar Jahre auftretendes Klimaphänomen, das auf eine Erwärmung des Ozeans im Süden und Osten des Pazifiks zurückgeht. Dadurch verändern sich Wasser- und Luftströmungen, was weltweit Auswirkungen hat. Sowohl Temperaturen als auch Niederschlagsmuster ändern sich, es kommt etwa zu mehr Extremwettern wie Dürre und starken Regenfällen.
Im ostafrikanischen Somalia leiden nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms 5,4 Millionen Menschen an Hunger, etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die USA und andere große Geberländer haben die Mittel für internationale humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit teilweise drastisch gekürzt.



